Grippe-Influenza? Gut, dass es eine Impfung gibt

Die Influenza, auch "echte Grippe oder Virusgrippe" genannt, ist eine der weltweit bedeutendsten Infektionskrankheiten, die auch in Zeiten von COVID-19 leider unterschätzt wird. Viele Grippefälle können zwar symptomlos bleiben, manchmal kommt es aber zu schweren Verläufen und Komplikationen, insbesondere bei älteren Personen, Menschen mit chronischen Erkrankungen und Schwangeren. Diesen Risikogruppen wird die Impfung als wichtigste präventive Maßnahme empfohlen.

Influenza-Ausbrüche werden durch Influenza-A- und -B-Viren verursacht, die weltweit verbreitet sind und vor
allem in den Wintermonaten zirkulieren. Influenza A und B und treten in Epidemien auf beiden Erdhalbkugeln entsprechend zeitversetzt auf. Auf der Südhalbkugel findet die Hauptaktivität in den Monaten Juni bis Oktober, auf der Nordhalbkugel, so also z. B. in Deutschland, von Januar bis Ende März statt. Vor allem die Influenza-A-Viren sind hoch ansteckende Erreger, die über Husten, Niesen, direkten Kontakt (Hände schütteln) und kontaminierte Gegenstände weiter verbreitet werden. Nach einer Inkubationszeit von drei bis fünf Tagen setzen die Symptome in den meisten Fällen sehr plötzlich ein mit Fieber bis zu 41 °C, Schüttelfrost,  Kopfschmerzen, Husten, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit und einem allgemeinen Schwächegefühl. Bei normalem Verlauf lassen die Symptome nach 5 - 7 Tagen wieder nach.

Symptomloser bis schwerer Verlauf einer Influenza

Manche Fälle verlaufen symptomlos bzw. in Form einer leichten Erkältungs-Krankheit. Aber aufgrund der generellen Häufigkeit der Infektionen kann es doch bei einer bedeutsamen Zahl zu Komplikationen oder zu einer Verschlechterung bestehender Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes kommen. Das betrifft insbesondere bestimmte Personen mit einem erhöhten Risiko. Zu diesen gehören:

  • Ältere ab 60 Jahren
  • Erwachsene und Kinder mit chronischen Herz-, Lungen und Nierenkrankheiten
  • Menschen mit Diabetes
  • Schwangere Frauen
  • Frühgeborene und Säuglinge
  • Bewohner in Pflegeheimen sowie
  • Medizinisches Personal

Und auch bei gesunden Personen kann eine Influenza-Infektion zu Komplikationen wie Lungenentzündung, Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Die Grippe gefährdet auch das Herz

Die Influenza wirkt sich nicht nur auf die Atemwege aus, sondern kann auch für das Herz gefährlich werden. So ist das Risiko für einen Herzinfarkt in den ersten drei Tagen nach einer Influenza-Infektion um das 10-fache erhöht. Die Grippeviren können zudem den Herzmuskel schädigen, was zu einer Herzmuskelentzündung führen und auch bei Gesunden eine Herzschwäche verursachen kann.

Grippeimpfung für Risikogruppen deutlich erhöhen

Für "Risikogruppen" empfiehlt sich ausdrücklich die jährliche Grippeschutzimpfung. Denn es hat sich gezeigt, dass diese nicht nur vor einer Infektion mit Influenzaviren schützt, sondern auch schweren Verläufen und Komplikationen vorbeugen kann. So wird durch die Impfung die Sterblichkeit bzw. das Risiko für einen erneuten Infarkt bei Herzinfarkt-Patienten um mehr als die Hälfte reduziert. Darüber hinaus kann durch die Grippeschutzimpfung die neue Lungenkrankheit COVID-19 zwar nicht verhindert, aber das Risiko einer gleichzeitigen Infektion kann vermieden werden.

Unterschied zwischen Influenza und COVID-19

Bei COVID-19  handelt es sich ebenfalls um eine hochansteckende Atemwegserkrankung, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird. Die Symptome ähneln sich, jedoch treten sie bei Grippe meist schlagartig auf, während sich die Coronavirus-Infektion eher langsam über Tage verschlimmert; zudem kommt es bei COVID-19 vielfach zum Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Generell scheint COVID-19 häufiger schwer zu verlaufen. Klarheit, um welche Erkrankung es sich handelt, bringt aber nur ein Test.

Moderner Grippe-Impfstoff ermöglicht noch breiteren Schutz, auch speziell für ältere Menschen

Seit kurzem sind sogenannte Vierfach-Grippe-Impfstoffe, die vor je zwei Influenza A- und Influenza B-Stämmen schützen, Standard. Diese  bieten einen breiten Grippe-Impfschutz, der sechs bis zwölf Monate bestehen bleibt. Da die Wirksamkeit einer Impfung gegen Influenza bei älteren Erwachsenen geringer sein kann, sind spezielle Impfstoffe für Menschen ab 60 Jahren in Arbeit, die speziell diese Personengruppe effektiv vor einer Infektion schützen kann.

Auch für Personen, die nicht zur Risiko-Zielgruppe gehören, ist die in der Regel gut verträgliche Grippe-Impfung von Vorteil. Dabei ist zu beachten, dass die Impfung nur eine Saison lang vor Grippe schützt und jedes Jahr, am besten in den Monaten Oktober und November, wiederholt werden sollte.