Gesundheit

Darmkrebs-Früherkennung jetzt zuhause möglich

Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolon) und Mastdarms (Rektum) werden zusammen als kolorektales Karzinom oder Darmkrebs bezeichnet. Darmkrebs ist eine heimtückische Krankheit, die sich erst sehr spät bemerkbar macht. Zu den Symptomen, die zur Entdeckung dieser Erkrankung  führen, gehören besonders Änderungen der Stuhlgangsgewohnheiten sowie Blut im Stuhl.Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Untersuchung des Stuhls auf nichtsichtbares (okkultes) Blut sowie Darmspiegelungen (Koloskopie)), kann das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, gesenkt werden.

 

Das kolorektale Karzinom stellt in Deutschland bei Männern nach Prostata- und Lungenkrebs den dritthäufigsten und bei Frauen nach Brustkrebs den zweithäufigsten bösartigen Tumor dar und bei beiden Geschlechtern die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. In Deutschland erkranken jährlich etwa 30.000 Menschen neu am kolorektalen Karzinom. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, nimmt mit steigendem Alter zu. Männer erkranken im Durchschnitt mit 67, Frauen mit 72 Jahren. Nur zehn Prozent der kolorektalen Karzinome entstehen bei Patienten unter 40 Jahren. Erstgradige Verwandte von Patienten mit Darmkrebs haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls am Darmkrebs zu erkranken. Ein sehr hohes Darmkrebsrisiko weisen Patienten mit den seltenen Erkrankungen FAP (familiäre adenomatöse Polyposis) oder dem hereditären, nichtpolypösen kolorektalem Krebssyndrom (HNPCC) auf. Auch chronischentzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) können das Risiko für Darmkrebs erhöhen. Man nimmt außerdem an, dass die Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Viel Früchte und Gemüse, aber nur wenig tierische Fette vermindern das Risiko für Darmkrebs.

Wie entsteht Darmkrebs

Über 90 Prozent der kolorektalen Karzinome entwickeln sich aus einem Polypen, auch als Adenom bezeichnet. Sie können von unterschiedlicher Form und Größe sein, breitbasig aufsitzen oder gestielt sein, einzeln aber auch in großer Zahl auftreten. Adenome wachsen langsam und können sich nach einer gewissen Zeit bösartig verändern. Darmpolypen sind bei einer Darmspiegelung sehr häufig zu finden. Bei jungen Menschen sind sie eher selten, bei den über 40-Jährigen sind bei 20 bis 30 Prozent, bei den über 60-Jährigen sogar 40 bis 50 Prozent derartige Veränderungen nachzuweisen. Das Schlimme an Polypen ist ihre Beschwerdelosigkeit. Deswegen werden sie zufällig bei der Darmspiegelung entdeckt.

 

Bei größeren Polypen kann es aber zu Stuhlunregelmäßigkeiten, Durchfall oder Verstopfung kommen. Allerdings können Polypen auch gering bluten, ohne dass der Betroffene etwas davon merkt. Diese Blutspuren sind dann als okkultes Blut im Stuhlgang zu finden.

 

Wegen der Entartungsgefahr sollten alle Polypen entfernt und feingeweblich untersucht werden; dies gilt insbesondere für Polypen, die größer als fünf Millimeter sind. Die Abtragung der Polypen ist im Rahmen der diagnostischen Darmspiegelung möglich. Um den Polypenstil wird eine Schlinge geschwungen und die Schlinge kurz mit einem Stromstoß versetzt. Mit dieser Methode können die meisten gestielten Polypen abgetragen werden. Bei den breitbasig aufsitzenden Polypen können bei Anwendung dieser Methode möglicherweise Polypenreste im Darm verbleiben, die dann wieder zu einem Polypen heranwachsen und möglicherweise entarten. Deshalb werden breitbasige Polypen gelegentlich durch eine Operation entfernt. Dazu ist ein Schnitt in der Bauchdecke notwendig.

Symptome eines Darmkrebses

Symptome, die auf ein kolorektales Karzinom hindeuten können, sind sichtbares oder okkultes Blut im Stuhl und Änderungen der Stuhlgewohnheiten. Hierbei wechseln sich Verstopfung und Durchfall ab. Bei manchen Patienten kommt es durch den Tumor zum Darmverschluss mit starken Bauchschmerzen. Weitere Symptome können Gewichtsverlust und Blutarmut sein. Gelegentlich werden auch Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen zufällig in der Leber im Ultraschall entdeckt. Da eine Heilung vom Darmkrebs nur möglich ist, wenn die Erkrankung in einem frühen Stadium erkannt wird, ist die Früherkennung der Erkrankung von größter Bedeutung. Derzeit ermöglichen die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogramms ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Untersuchung des Stuhls auf okkultes Blut sowie eine Austastung des Mastdarms. Neuerdings wird in Deutschland auch bei allen Menschen ab 55 Jahren eine Vorsorge-Darmspiegelung empfohlen, die von der Krankenkasse übernommen wird. Bei unauffälligen Befunden sollte die Darmspiegelung alle 10 Jahre wiederholt werden. Bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs (siehe Risikofaktoren) können eventuell weitergehende Früherkennungsuntersuchungen erforderlich sein. Allein durch regelmäßige Stuhltests ließe sich gemäß der Deutschen Krebshilfe die Darmkrebsrate um bis zu 40 Prozent senken. Krankenkassen empfehlen daher allen Patienten ab dem 50. Lebensjahr unter anderem einmal jährlich ihren Stuhl auf Blut zu testen: Der Hausarzt gab drei Teststreifen mit nach Hause und an drei aufeinanderfolgenden Tagen wurde jeweils etwas Stuhlgang zur Untersuchung entnommen. Wurde nun Blut im Stuhlgang gefunden, hieß das nicht zwangsläufig „Darmkrebs“. Dazu ist der Test zu ungenau! Denn das nachgewiesene Blut im Stuhlgang muss nicht zwingend von einem Darmkrebs herrühren; auch gutartige Erkrankungen können Blutungen verursachen, deren Blut im Test nachgewiesen wird. Bis zu dieser Entwarnung vergingen allerdings viele lange, für den Patienten extrem belastende Tage.

Seit einiger Zeit stehen den Patienten neue Möglichkeiten der Früherkennung zur Verfügung.

Während sich die vor Jahren entwickelnden Tests, einzig auf das Nachweisen von Blut im Stuhl konzentrierten, suchen die neu entwickelten Tests nach dem Schlüsselenzym Tumor M2-PK, der für die Regulation des Tumorstoffwechsels im menschlichen Körper entscheidend ist. Seit dem "Darmkrebsmonat" März stehen Ihnen diese Tests zur Verfügung. Bei einem aufklärenden Beratungsgespräch mit dem Arzt Ihres Vertrauens werden Ihnen die Vor- und Nachteile der Tests verdeutlicht, um Ihnen bei der Entscheidungsfindung für eine der beiden Varianten zu helfen.

Gesundheit