Gesundheit
Erblich bedingter Brustkrebs

Erblich bedingter Brustkrebs

Ist in der Familie bereits Brustkrebs aufgetreten, stellt dies für eine Frau einen der Hauptrisikofaktoren dar, selbst daran zu erkranken. Bei 15 Prozent der Patientinnen mit Mammakarzinom liegt in der Verwandtschaft ebenfalls eine Krebserkrankung vor.

Schutz durch Prävention und Prophylaxe

Geeignete Methoden, erblich belasteter Frauen - und in dieser Risikogruppe vor allem junge Frauen - durch Prävention und Prophylaxe zu schützen, sehen Wissenschaftler vor allem in einem strukturierten Früherkennungsprogramm. In Zusammenarbeit mit Radiologen bewerten sie die diagnostische Sicherheit bildgebender Verfahren. Sie untersuchten erblich vorbelastete Frauen im Alter von durchschnittlich 36 Jahren in regelmäßigen Abständen mittels Ultraschall, Röntgen, Abtastuntersuchungen und Magnetresonanztomographie. Dadurch konnten 85 Prozent der sich bildenden Mammakarzinome in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden. Anhand der Ultraschallbilder entlarvten die Wissenschaftler rechtzeitig spezifische morphologische Charakteristika für eine familiär bedingte Krebsgeschwulst - gleichmäßig und glatte Karzinome, welchen die typischen Merkmale bösartiger Geschwulste (noch) fehlten. Auch wurden zu diesem Zeitpunkt noch kein Lymphknoten-Befall festgestellt.

Prophylaktische Amputation

Als hilfreiche, aber äußerst radikale Methode genetisch bedingtem Krebs vorzubeugen, wird immer wieder die prophylaktische Amputation der Brust diskutiert. Doch Praxiserfahrungen zeigen, dass die wenigsten Frauen dazu Bereitschaft signalisieren. Aus einer Studie, die sich über einen Zeitraum von sechs Jahren erstreckte, ging hervor, dass sich von 700 Frauen (mit familiärer Belastung von Brust- und Eierstockkrebs) 30 Frauen für die prophylaktische Entfernung der Eierstöcke entschied, und lediglich sechs Frauen einer Brustamputation zustimmten. Alle Frauen wünschten vor dem Eingriff einen Gentest auf die erbliche Anlage. Einige Frauen, die während der sechs Jahre an Brustkrebs erkrankten, ließen erst dann eine Amputation vornehmen.

Früherkennung als Hauptfaktor

Es wurde unterstrichen, dass erblich belastete Frauen früher an Brustkrebs erkranken, als jene, die nicht vorbelastet sind. Umfassende und regelmäßige Frühuntersuchungen - verbunden mit einer qualitätsgesicherten Vorsorge - besonders für diese Gruppe sind aus diesen Gründen sehr wichtig.

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