Gesundheit

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Da das Pankreaskarzinom im Anfangsstadium keine oder nur leichte unspezifische Beschwerden bereitet, ist die Diagnoseerstellung meist schwierig. Patienten suchen oft erst dann den Arzt auf, wenn sie schon schwere Symptome haben, zum Beispiel eine Gelbsucht oder Oberbauchschmerzen. Meist ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs in dieser Situation schon weit fortgeschritten oder hat sogar Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet.

 

Eine Operation kann aber nur dann erfolgen, wenn die Erkrankung frühzeitig entdeckt wird, das heißt, wenn keine Fernmetastasen gefunden wurden und der Tumor die Grenzen der Bauchspeicheldrüse nicht überschritten hat. Nur in dieser Situation gilt der Tumor als prinzipiell heilbar. In diesen Fällen wird meist die so genannte Whipple-Operation durchgeführt. Dabei wird ein großer Teil der Bauchspeicheldrüse, der Zwölffingerdarm (Duodenum) und die unteren 2/3 des Magens entfernt, zusätzlich können die lokalen Lymphknoten ebenfalls entfernt werden. Das Ausmaß der Operation wird individuell angepasst.

 

Stellt sich während der Operation heraus, dass der Patient nicht heilbar ist, kommt ggf. eine palliative Operation in Frage mit dem Ziel, das Befinden des Patienten zu verbessern oder über einen möglichst langen Zeitraum zu erhalten.

Wenn eine kurative, also heilende, Therapie möglich ist, hat das je nach Ausmaß der entfernten Bauchspeicheldrüse zur Folge, dass der Patient nicht mehr in ausreichendem Maße Pankreasenzyme bildet und er diese lebenslang als Medikamente zu sich nehmen muss, damit die Verwertung der Nahrung gewährleistet ist. Ferner kann ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) die Folge sein, weil die Bauchspeicheldrüse auch für die Produktion des Insulins verantwortlich ist. Ein betroffener Patient muss also lernen, mit den genannten Enzymen und dem Insulin umzugehen. Außerdem benötigt er diätetische Beratung.

Ist eine Entfernung des Tumors durch eine Operation nicht möglich, wird durch Bestrahlung und Chemotherapie versucht, die Lebenserwartung zu verlängern. Eine Heilung ist dadurch aber nicht möglich. Hierbei kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, oftmals auch eine Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie. Bis heute gibt es da aber noch keine Standardtherapie, deswegen sollten alle Patienten innerhalb von kontrollierten Studien behandelt werden. Allerdings muss auch hier sorgfältig zwischen voraussichtlicher Lebenserwartung und Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Nebenwirkungen der Therapie abgewogen werden.

Wenn der fortgeschrittene Tumor zu einem Verschluss der ableitenden Gallenwege führt, so kann oftmals auf endoskopischem Wege im Rahmen einer Gallespiegelung (=ERCP) durch Einlage eines kleinen Röhrchens der Abfluss der Galle in den Zwölffingerdarm wiederhergestellt und die akute Gelbsucht und der Gallestau beseitigt werden. Diese Röhrchen werden in der Regel in einem Abstand von 2 – 3 Monaten gewechselt, um einem Verschluss vorzubeugen.

Insbesondere wenn ein fortgeschrittenes Tumorstadium vorliegt, ist die Prognose ausgesprochen schlecht. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt in fast allen Beobachtungen unter 1%. Wenn bereits Metastasen vorliegen, sterben die meisten Patienten innerhalb des ersten Jahres nach Diagnosestellung. Bei nur 10 bis 20% der Patienten kann eine komplette Resektion angestrebt werden. Bei diesen sehr radikalen Operationen (wie oben beschrieben) haben etwa 10% schwerwiegende Nebenwirkungen. Von den Patienten, die kurativ operiert werden können und bei denen der Tumor nur bis zu 2 cm groß war, besteht eine Überlebensrate von nahezu 40% nach zwei Jahren.

Insgesamt ist die Überlebensrate, wenn alle Tumorstadien gemeinsam betrachtet werden, nach fünf Jahren kleiner als 1%. Das heißt, dass nach fünf Jahren von 100 Patienten mit einem Pankreaskarzinom (nach Diagnosestellung) nur noch ein Patient am Leben ist.

 

Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

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