Gesundheit
Hautschutz im Winter: Warum Frauen schneller frieren

Warum frieren Frauen im Winter schneller

Lassen Sie sich auch von Winterlandschaften verzaubern, die durch Eis und Schnee einen märchenhaften Zuckerbäcker-Anstrich bekommen? Oder gehören Sie eher zu den Menschen, die am liebsten während dieser Jahreszeit in die Tropen flüchten möchten, um dem Kampf gegen das Frieren ein Schnäppchen zu schlagen?

Bei einigen Menschen scheint die Klimaanlage des Körpers nicht richtig zu funktionieren. Spätestens zu Beginn der kalten Jahreszeit beginnt die Leidenszeit. Das Hochdrehen der Heizung reicht nicht aus, eine Decke muss für Behaglichkeit sorgen, damit vor dem Fernseher oder beim Schmökern auf der Couch keine Erkältung droht.

In der Tat, das Kälteempfinden wird subjektiv sehr unterschiedlich wahrgenommen. Sieht man einmal von dem nicht so seltenen Eisenmangel (insbesondere bei Frauen) ab, sind es in der Regel die schlanken Menschen, die durch ihre vergleichsweise dünne Unterhautfettschicht nicht so gut gegen Auskühlung isoliert sind. Kühlt ihre Haut unter eine Temperatur von 31°C ab, schlagen die sich in der Lederhaut befindlichen Kälterezeptoren Alarm.

Über 300.000 dieser Kälterezeptoren durchziehen die ca. 1,8 m2 große Hautoberfläche wie ein feines unsichtbares Koordinatensystem. Sie haben die Aufgabe den Körper vor Auskühlung zu schützen, damit die körpereigene Klimaanlage ihre Betriebstemperatur von 37° C erhalten kann.

Zusammen mit den 30.000 Wärmerezeptoren überwachen sie so die Hauttemperatur und vermitteln dem Gehirn wichtige Nervensignale. Bei starken Kältereizen kann somit durch eine Kreislaufgegenregulation die Durchblutung an der Haut vermindert werden. Die gefährliche Auskühlung des Körperkerns wird dadurch verhindert. Besonders dicht sind diese Thermosensoren im Bereich des Gesichts vorhanden, insbesondere um Nase und Mund. Hier finden sich über 10 Kältepunkte pro cm2, an den Ohren nur ca. 3 Kältepunkte.

Die Kältewahrnehmung erfolgt nicht nur aufgrund der etwa 10-fach höheren Rezeptorendichte, sondern auch aufgrund der schnellen Nervenleitgeschwindigkeit sehr effektiv. Sie können das selbst überprüfen, wenn Sie einen Finger in kaltes und einen in sehr warmes Wasser einführen. Die Kältewahrnehmung erfolgt sofort, die Wärmeempfindung baut sich deutlich langsamer auf.

Möglicherweise ist dies auch der Grund dafür, dass man sich schnell verbrennen kann, bevor der Fluchtreflex die bedrohte Körperstelle aus der Gefahrenzone zieht. Unterhalb einer Hauttemperatur von 17°C werden zusätzliche kälteempfindliche Schmerzbahnen erregt und verstärken somit die Handlungsanweisung, sofort etwas gegen die Kälte zu tun. Aber auch die Wärmerezeptoren, die für den Hauttemperaturbereich von 30 - 43° C zuständig sind, sind an der Kältemessung beteiligt.

Das können Sie anhand des 3-Schalen-Tests überprüfen: Wenn Sie eine Hand in kaltes, die andere in warmes Wasser tauchen und dann beide Hände anschließend in lauwarmes Wasser einbringen, haben sie eine Kaltempfindung an der zuvor erwärmten und eine Warmempfindung an der zuvor gekühlten Hand. Durch die Kombination der Warm- und Kaltmessung gelingt dem Körper der Kunstgriff, Temperaturveränderungen schneller wahrzunehmen. Bei sehr langsamer Abkühlung, insbesondere durch Ablenkung, kann aber auch dieses Schutzsystem versagen. Vermutlich spielt dies auch bei der Erkältung eine entscheidende Rolle.

Gegen Kälteempfindlichkeit ist bisher kein Kraut gewachsen. Dennoch kann man etwas dagegen tun. Wer sich keinen Winterspeck anfuttern möchte, kann durch körperliches Training mehr Muskulatur aufbauen und damit auch in Ruhe mehr Wärmeproduktion erzeugen.

Männer sind von der Natur begünstigt. Ihre höhere Muskelmasse schützt sie eher vor dem Frieren. Abhärtung nach Kneipp durch Wassergüsse sowie Saunieren verbessern die Gefäßregulation, insbesondere auch im Bereich der Hände oder Füße. Und wenn gar nichts mehr hilft - genießen Sie ein warmes Bad, wenn möglich mit Blick auf eine schneebedeckte Winterlandschaft. Kalte Hände im Winter - gemessene Hauttemperatur 25°C am Fingerrücken.

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