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Impfung gegen Rotaviren

Impfung gegen Rotaviren

Durchfall und Erbrechen ist nicht nur unangenehm, sondern führt auch zu einer Schwächung des Organismus. Oft wird eine solche Durchfallerkrankung (Gastroenteritis) durch Rotaviren verursacht.

Fast alle Kinder erkranken bis zu einem Alter von 5 Jahren an einer Rotavirus-Infektion. Die Ursache hierfür ist eine noch fehlende Immunität gegen die Viren. Die Erkrankung führt zu einer Teilimmunität, künftige Infektionen verlaufen daher im Vergleich weitaus milder ab. Je jünger die Kinder sind, desto schwerer verläuft die Erkrankung, die meistens auch mit Fieber und Erbrechen einhergeht und bis zu 7 Tage anhalten kann. Etwa 25.000 Kinder müssen in Deutschland jährlich wegen diesem Virus in Krankenhäusern behandelt werden. Denn Durchfall, Erbrechen und Fieber können besonders bei Säuglingen und Kleinkindern rasch zur Austrocknung führen.

Rotaviren werden sehr leicht übertragen. Ein Erkrankter scheidet die Viren über 1 bis 2 Wochen mit dem Stuhl aus. Der Erreger wird über verschmutzte Hände und Gegenstände übertragen (Schmierinfektion), jedoch auch über Tröpfcheninfektion. Obwohl sich die Viren im Atemtrakt nicht vermehren, können sie in der akuten Phase der Erkrankung auch in Sekreten der Atemwege ausgeschieden werden, so dass auch eine aerogene Übertragung möglich ist. Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen kommt es zu schweren Durchfällen mit bis zu 20 Stuhlentleerungen am Tag sowie zu Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber. In der Initialphase gebe es oft auch Atemwegs- Symptome. Die Diarrhoen dauern gewöhnlich vier bis acht Tage an und damit deutlich länger als z. B. eine Norovirus-Infektionen. Infizierte Kinder können die Viren bis zu 14 Tage auf andere Menschen übertragen, Immungeschwächte sogar viele Wochen.

Die seit einigen Jahren verfügbaren Impfstoffe können Säuglingen vor allem die erste belastende Erkrankung ersparen. Bei Säuglingen in den ersten drei Lebensmonaten sind Rotavirus-Ekrankungen selten. Die Kinder sind noch durch Antikörper der Mutter (Nestschutz) vor den allgegenwärtigen Erregern geschützt. Danach nehmen Infektionen deutlich zu. Die Inzidenz erreicht zwischen dem 6. und 24. Lebensmonat ihren Höhepunkt. Der Impfstoff enthält abgeschwächte Viren, die nicht krank machen können, die aber eine Immunreaktion erzeugen und auf diese Weise schwere Durchfallerkrankungen, verursacht durch das natürliche Rotavirus, zu 96 % verhindern. Es gibt 2 unterschiedliche Schluck-Impfstoffe gegen Rotaviren. Ab einem Alter von 6 Wochen kann die Schluckimpfung gegen Rotaviren gegeben werden. Sie muss je nach verwendetem Impfstoff 2 oder 3 mal im Mindestabstand von 4 Wochen verabreicht werden

Eine kausale Therapie gegen die Erkrankung gibt es nicht. Entscheidend ist, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust etwa durch orale Trinklösungen gewissenhaft auszugleichen. Die Verträglichkeit der Schluckimpfung gegen Rotaviren ist gut. In großen wissenschaftlichen Studien wurden die Reaktionen von geimpften mit nicht geimpften Säuglingen verglichen und es zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

Wie bei allen anderen Impfungen auch, muss der Kinderarzt bei chronisch kranken Säuglingen im Einzelfall entscheiden, ob für sie die Schluckimpfung gegen Rotaviren sinnvoll ist. Dies gilt auch für Frühgeborene. Vorsicht ist geboten, wenn eine enge Kontaktperson des Impflings an einer Immunschwäche z.B. durch eine Tumorerkrankung leidet oder eine immunsuppressive Behandlung erhält.

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