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Gedächtnistraining - Die Kunst sich zu erinnern

Gedächtnistraining - Die Kunst sich zu erinnern

Nicht nur Schauspieler, die einmal vier Stunden lang den Faust spielen wollen, brauchen Gedächtnistraining. Nicht nur Schüler und Studenten müssen Prüfungen bestehen. Wir alle lernen ausschließlich über unser Gedächtnis. Mit der richtigen Technik geht das leichter und wir behalten das Gelernte besser und länger.

Unser Gedächtnis ist eigentlich die Fähigkeit des Nervensystems, Informationen zu kodieren, zu speichern und wieder abzurufen. Je nachdem, wie lange die Informationen gespeichert werden, unterscheidet man zwischen sensorischem Gedächtnis, Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis.

Die Kunst der Erinnerung

In der griechischen Mythologie hieß die Göttin der Erinnerung Mnemosyne. Sich an lange zurückliegende Ereignisse erinnern zu können, wurde als Kunst angesehen. Heute kennen wir effiziente Methoden, diese Kunst mit Hilfe von Gedächtnistraining und Mnemotechniken zu erreichen.

Überschaubare Verpackungseinheit

Eine größere Menge von Wissen lässt sich in überschaubare Einheiten verpacken und dadurch leichter merken. Dieses Prinzip nennt man "Chuncking", weil man dabei Wissensketten bildet. Der kleine witzige Bruder davon ist das Akronym, die gute alte Eselsbrücke. Dabei denkt man sich ein Wort aus, dessen Buchstaben mit den Anfangsbuchstaben der gesuchten Begriffe übereinstimmen. Jeder Jurastudent kennt beispielsweise den "WUMS". Die Rechte des Käufers beim Kaufvertrag = Wandlung, Umtausch, Minderung, Schadensersatz. Statt eines Wortes kann auch eine Zahlenkombination verwendet werden. Die Zahlenkombination 2412 etwa steht für Weihnachten. Wer sich dabei noch schwer tut - im Internet gibt es längst einen Akronym-Generator.

Programmierte Instruktion

Per Computer lassen sich hervorragend Vokabeln trainieren. Kein menschliches Wesen bringt die stoische Geduld eines solchen Software-Programms auf, das über mehrere Trainingseinheiten hinweg immer wieder dieselben Wörter wiederholt, deren Übersetzung uns nicht einfallen will. So lange bis wir es drauf haben.

Das Lernen mit dieser "programmierten Instruktion" geht auch ganz ohne Software. Mit Hilfe einer Vokabelbox oder eines einfachen Karteikastens, die man selbst basteln kann. Auf der Vorderseite der Karteikarten notiert man sich Vokabeln, Fragen oder Fachbegriffe, auf der Rückseite die Lösungen. Die Karten sind in der Box mit fünf Fächern geordnet. Eine falsche Antwort heißt, die Karte wandert ganz nach vorne, eine richtige Antwort heißt, die Karte wandert ein Fach nach hinten. Täglich gelernt wird das Fach ganz vorne, das zweite Fach jeden zweiten Tag usw. Für diese Form des Lernens sollte man täglich 30 Minuten aufbringen.

Neues Wissen mit altem kombinieren

Neues behält man besser, wenn man es mit bereits vorhandenem Wissen verbindet. Ein ausgesprochener Klassiker dafür ist die sogenannte "Loci-Methode". Dabei ist das bereits Bekannte ein Weg, den man täglich geht. Zum Beispiel der Weg zum Supermarkt. Die Zahlen, Begriffe oder Fakten, die man Lernen möchte, werden mit markanten Punkten des Weges verbunden. Beim Erinnern an das Gelernte geht man dann gedanklich den Weg ab und kann die Begriffe in der richtigen Reihenfolge wiedergeben.

Wer nicht übt, vergisst!

Mit zunehmendem Alter werden Informationen schlechter behalten. Deshalb sollten nicht nur die Jungen, sondern gerade ältere Menschen das Gedächtnis regelmäßig trainieren. Zwar lässt sich der Rückgang der Gedächtnisleistung nicht aufhalten, aber man kann ihn mit Hilfe von Gedächtnistraining wesentlich verlangsamen.

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