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Die Faszination der Emotionen

Die Faszination der Emotionen

Was für den Körper das Immunsystem ist, das sind für unser geistiges Leben die Emotionen. Unser Leben wird täglich von diesen Emotionen begleitet, die unser Denken, Lernen und Erinnern beeinflussen. Umgangssprachlich sind Emotion und Gefühl fast synonym.

Bei Gefühl schwingt jedoch meist etwas Positives und bei Emotion etwas Negatives mit. Zusätzlich wird Gefühl auch im Sinne von Empfindung, Gespür, Instinkt und Spürsinn gebraucht und noch spezieller im Sinne von verliebt sein.

Typische Emotionen dagegen wie Schmerzen und Lust, Vertrauen und Enttäuschung, Langeweile und Neugier, Wut und Zärtlichkeit, Freude und Trauer, Liebe, Hass und Eifersucht und Aggressionen sind die schier der endlosen Palette von Stimmungen und Emotionen und all ihren möglichen Mischungen und Schattierungen, die unserem Leben erst Farbe und Gestalt geben. Gefühle und Emotionen können uns ganz und gar ausfüllen, sind nur schwer kontrollierbar und begleiten unser gesamtes Leben. Sie treiben uns zu Dingen, wovon unser Verstand uns abrät: heftiger Liebestaumel, Stolz, Neid, Angst, Panik, blinde Wut und Ekel.

In den Labors der Welt versucht man herauszufinden, was uns wirklich bewegt. Auch spornen Gefühle wie Spaß, Versagensängste oder Neid weit mehr zu nützlichen Taten und Leistungen an als die reine Verstandeskraft. Und Mitgefühl bildet sogar einen guten Teil des Fundaments, auf dem Menschen zusammenleben.

Unterschieden wird zwischen unbewussten und bewussten Gefühlen, wobei die Übergänge meist fließend sind. Gefühle sind wichtig, sie helfen uns, mit den täglichen Herausforderungen zurecht zu kommen. Der zweite wichtige Grund ist der Signalcharakter, das heißt, sie signalisieren unseren Mitmenschen, wie wir uns gerade fühlen, so das diese sich dann auf unsere emotionalen Zustände entsprechend einstellen können.

Zunächst mal kommt es aufgrund der Hormonausschüttung von Testosteron und Östrogene zu einer Verstärkung der Emotionen. Alle Emotionen sind Grundphänomene des individuellen, subjektiven sowie inneren und äußeren Erlebens und sind uns von Anfang gegeben. Säuglinge können noch nicht sprechen, sie weinen, um ihre Bezugspersonen emotional zu berühren und Aufmerksamkeit zu bekommen. Emotionen betreffen einen komplexen Befindlichkeitszustand des Menschen und setzen sich aus kognitiven und affektiven Elementen zusammen. Im Gegensatz zu einigen Auffassungen sind Emotionen keine Informationen. Sie sind primär biologische Reaktionen, die Bewertungen von Gegebenheiten und Verhaltensmöglichkeiten in Bezug auf Gedächtnisinhalte (Vorstellungen, Wünsche und Hoffnungen) betreffen. Es ist nämlich zweierlei, ob man Emotionen selbst erlebt, das sind die eigenen, oder Emotionen die man beschreibt, das sind dann allgemeine, abstrakte.

Unabhängig vom Bewusstwerden sind Emotionen meist mit nach Außen hin sichtbaren, feststellbare Erscheinungen, z.B. der Mimik und Gestik, gekoppelt. Im Körper werden blitzschnell und routinemäßig Reaktionsmuster abgespult. Ein uraltes biologisches System, das limbische System, durchzieht wie ein Ring das gesamte Gehirn. Hier entstehen Gefühle und Affekte und ankommende Reize werden emotional bewertet. Sind wir stark berührt oder erregt, werden sofort Hormone ausgeschüttet und das Nervensystem wird aktiv. Die Grundspannung der Muskulatur und die Herzfrequenz ändern sich, so wird der gesamte Körper auf die bevorstehende Situation vorbereitet.

Doch sind Gefühle kein bloßer Luxus des Gehirns, sondern überlebenswichtig. Ohne Gefühle versagt auch der Verstand.

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