Gesundheit
Schimmelpilze verursachen Gesundheitsrisiken

Schimmelpilze verursachen Gesundheitsrisiken

Dem Schimmelpilzbefall in Gebäuden geht in der Regel ein Feuchtigkeitsschaden voraus. Ab ca. 80 % Luftfeuchtigkeit herrschen ideale Bedingungen für das Wachstum von Schimmelpilzen.

Hässliche blaue, grüne, schwarze oder gelbe Flecken und ein typisch modriger Geruch lassen erkennen, dass dringender Handlungsbedarf besteht: Bei mehr als 20 Quadratzentimetern Schimmelpilzbefall in der Wohnung sollte nach Angaben des Umweltbundesamtes eine fachkundige Beratung und Sanierung durch einen Spezialisten durchgeführt werden. Aber auch in weniger eindeutigen Fällen wissen Experten, wie man dem Schimmel auf die Spur kommt und ihn beseitigt.

Wenn Patienten in der eigenen Wohnung immer wieder über Schnupfen, Husten, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen und Müdigkeit klagen, sollte an eine Schimmelpilzbedingte Erkrankung gedacht und zur Sicherheit ein Facharzt aufgesucht werden. Für einen Teil der genannten Beschwerden sind allergische Reaktionen gegen die Sporen der Pilze verantwortlich. Der allergologisch geschulte Arzt kann das mit Hilfe spezieller Tests und einer Blutuntersuchung feststellen. Häufig liegt zwar keine Allergie vor, aber die verschiedenen von den Pilzen freigesetzten Giftstoffe führen zur Reizung von Haut und Schleimhäuten. Indirekt machen Schimmelpilze auch Hausstaubmilben-Allergikern zu schaffen, weil die Milben sich von den Pilzen ernähren und in pilzbefallenen Räumen besonders gut gedeihen. Wer in einem pilzbelasteten Umfeld lebt, entwickelt außerdem häufiger Asthma. Besonders für Kinder steigt durch Feuchtigkeit und Schimmel in der Wohnung das Erkrankungsrisiko.

Zum Glück kann man selbst eine Menge tun, damit erst gar kein Schimmel entsteht. In erster Linie kommt es dabei auf das richtige Heizen und Lüften an - der Luftinhalt der Wohnung sollte etwa siebenmal täglich komplett ausgetauscht werden. Bewährt hat sich mehrmaliges Stoßlüften von jeweils 5 bis 10 Minuten. Auf permanentes "Kipplüften" sollte man dagegen lieber verzichten, weil dadurch die Wandoberflächen oberhalb und seitlich des Fensters stark auskühlen und das Wasser an ihnen kondensiert. Und hier einige weitere Tipps gegen den Schimmel:

  • Besonders im Badezimmer nach dem Duschen gut lüften und Wasserspuren sorgfältig abwischen. Falls es im Bad kein Fenster gibt, muss sichergestellt werden, dass die eingebaute Lüftungsanlage ordnungsgemäß funktioniert und die Filter regelmäßig gereinigt beziehungsweise ausgetauscht werden. Die Heizung im Bad sollte im Winter nicht abgeschaltet werden, weil sonst das Bad zu langsam trocken wird.
  • In der Küche sollte eine Dunstabzug installiert sein, der die Abluft nach draußen leitet. 
  • An den Außenwänden sollten die Möbel mit einem Mindestabstand von zehn Zentimetern zur Wand aufgestellt werden, damit die Luft zirkulieren kann. 
  • Keine Farben oder Tapeten verwenden, die die Wände luftdicht abschließen. 
  • Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen, sondern an der frischen Luft oder auf dem Dachboden. 
  • Bei Verdacht auf Schimmelpilzbelastung der Wohnung Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen. 

Wer sich an diese Tipps hält, muss in der Regel auch bei vorübergehend erhöhter Luftfeuchtigkeit oder abgesenkter Raumtemperatur keine Schimmelbildung befürchten.

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