Gesundheit
Magen-Darm-Erkrankungen

Magen-Darm-Erkrankungen

Die wahrscheinlich häufigsten Symptome, aufgrund deren Hunde und Katzen in der Tierarztpraxis vorgestellt werden, sind Durchfall und Erbrechen. Gerade hier sind sich Tierbesitzer häufig sehr unsicher, wann es sich um einen vergleichsweise unkomplizierten Magen-Darm-Infekt handelt und wann eine ernste Erkrankung zugrunde liegt, die ein therapeutisches Eingreifen dringend erfordert.

Zunächst muss in diesem Zusammenhang betont werden, dass es sich sowohl bei Durchfall als auch bei Erbrechen nicht um eine Krankheit im eigentlichen Sinne handelt, sondern beides Symptome einer Erkrankung darstellen. Die zugrunde liegenden Erkrankungen können hierbei sehr mannigfaltig sein (was verständlicher Weise zu der beschriebenen Verunsicherung führt). Meist handelt es sich bei der zugrunde liegenden Erkrankung um unkomplizierte Infektionen oder aber um eine Reaktion auf eine Aufnahme von verdorbenen oder unverdaulichen Substanzen. –Welcher Hundehalter hat es noch nicht erlebt, dass der Vierbeiner beim täglichen Gassi-Gang irgendetwas Unidentifizierbares abgeleckt oder gar gefressen hat und einige Stunden später mit Erbrechen oder Durchfall reagiert?

Es sollte jedoch nicht verschwiegen werden, dass auch schwerwiegende Erkrankungen sich in gleicher Weise äußern können. Als Beispiele seien hier Leber-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Vergiftungen oder parasitäre Erkrankungen angeführt (diese Liste ließe sich aber noch fast beliebig erweitern).

Ob und wann nun bei Durchfall und Erbrechen ein Tierarztbesuch nötig ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. So stellen die Schwere der Symptome sowie das Allgemeinbefinden sicher einen recht guten Indikator dar. –Erbricht der Patient in einem fort oder leidet unter anhaltenden reißwasserartigen Durchfällen sollte ebenso wenig gezögert werden einen Tierarzt zu kontaktieren, wie wenn eine deutliche Störung des Allgemeinbefindens, Fieber, erkennbare Bauchschmerzen oder Blutbeimengungen in Kot oder Erbrochenem zu beobachten sind. Generell sollten Vierbeiner, die länger als 2-3 Tage unter Durchfällen oder Erbrechen leiden in jedem Fall einem Tierarzt vorgestellt werden.

Leichtere Fälle, die nicht mit Störungen des Allgemeinbefindens oder sonstigen Auffälligkeiten einhergehen, erfordern häufig kein aggressives therapeutisches Vorgehen, sondern können (im Zweifel nach telefonischer Rücksprache mit dem Haustierarzt) zunächst rein diätetisch angegangen werden.

Im Folgenden nun ein Vorschlag für einen entsprechenden Diätplan (alternativ sind in Tierarztpraxen auch kommerzielle Magen-Darm-Diäten erhältlich):

1.Tag: 24 Stunden vollständige Nahrungskarenz, zum Trinken Mineralwasser ohne Kohlensäure oder Kamillen- oder schwarzen Tee, jeweils in kleinen Portionen.

2.-4.Tag: Kartoffelbrei, Nudeln oder Reis; Magerquark oder Hüttenkäse; mageres Hähnchenfleisch, jeweils zu einem Drittel. Die Fütterung sollte auf viele kleine Portionen verteilt werden.

Ab 5. Tag: Langsame Umstellung der Diät auf Normalfütterung, dabei sollten Teile der Diät anfangs durch kleine, im Laufe der nächsten Tage zunehmende Portionen des gewohnten Futters ersetzt werden.

Prinzipiell gewarnt werden muss vor eigenmächtigen Therapieversuchung mit Arzneimitteln aus der eigenen Hausapotheke, da einige humanmedizinische Arzneimittel alleine oder gar in Kombination verabreicht schwere unerwünschte Wirkungen beim Tier haben können.

Sollte sich auch unter der Diät keine Besserung einstellen oder falls bei Ihnen Zweifel am harmlosen Charakter der Symptome kommen, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Tierarzt kontaktieren.

© Christian Bank (Tierarzt)

Kleintierpraxis Dr. Lewitschek

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