Gesundheit
Allergien durch Hausstaubmilben

Allergien durch Hausstaubmilben

Wenn das Wetter kühl, neblig und trüb ist, flüchtet jeder gerne in die kuschelige Wärme der eigenen vier Wände. Doch diese Gemütlichkeit hat für viele ihren Preis, denn mit dem Aufdrehen der Heizung werden winzige Staubpartikel aufgewirbelt, die sich selbst durch sorgfältigste Reinigung nicht gänzlich entfernen lassen.

Sie enthalten den zweithäufigsten Allergieauslöser nach den Pollen: die Hausstaubmilben. Es sind allerdings nicht die Milben selbst, die bei vielen Menschen eine allergische Reaktion auslösen, sondern Bestandteile des Milbenkots.

Der wirksamste Schutz für Allergiker ist die Vermeidung dieser Allergene. Wenn sie nicht vom Körper aufgenommen werden, kommt es auch nicht zu tränenden, juckenden Augen, Niesen, laufender Nase und Atemproblemen. Generell sollte deshalb zuerst geprüft werden, wo die Allergene auftreten, um den Kontakt mit ihnen möglichst zu vermeiden.

Die Milben lieben warme Temperaturen, feuchte Luft und Dunkelheit. Sie ernähren sich hauptsächlich von Schimmelpilzen und menschlichen Hautschuppen. Ein Erwachsener verliert in einer Nacht 2 bis 3 Gramm Hautschuppen und kann damit ein bis zwei Millionen Milben ernähren. Das erklärt die Tatsache, dass 90 % der Allergenbelastung in einer Wohnung vom Bett ausgehen. Wo Milben leben, gibt es fast immer auch Schimmelpilze (auf deren Sporen gut die Hälfte aller Hausstauballergiker ebenfalls allergisch reagiert). Eine wirksame Maßnahme ist deshalb die Einhüllung von Matratze, Oberbett und Kopfkissen in allergendichte Schutzbezüge, so genannte "Encasings". Entscheidend dabei ist, dass diese nicht nur milbendicht, sondern allergendicht sind. Die Allergene sind nämlich ca. 500 mal kleiner als die Milben. Ein idealer Bettbezug hält die Allergene zuverlässig zurück und kann bei frühzeitigem Einsatz in den meisten Fällen dafür sorgen, dass die allergischen Reaktionen gar nicht erst auftreten.

Beim Einsatz von Klimaanlagen, Raumluftreinigern oder Luftbefeuchtern sollte auf regelmäßigen Filterwechsel und modernste Filtertechnologie geachtet werden. Für Teppichboden und Teppiche empfiehlt sich eine Grundreinigung mit einem Sprühextraktionsgerät und einem milbenabtötenden Mittel sowie die anschließende tägliche Pflege mit einem Staubsauger, der über eine geeignete Filtertechnik verfügt.

Auf alle Fälle sollten Hausstauballergiker einen allergologisch geschulten Facharzt aufsuchen. Denn wenn der allergische Schnupfen nicht behandelt wird, droht der so genannte Etagenwechsel - Asthma kann die Folge sein. Auch Neurodermitis kann durch Hausstaubmilben verschlimmert werden. Nur nach einer genauen Diagnose kann eine optimale Therapie durchgeführt werden. Die spezifische Immuntherapie (SIT) bessert in bis zu 90 Prozent der Fälle die Symptome dauerhaft und effektiv, oft verschwinden sie sogar völlig. Bei der SIT, auch Hyposensibilisierung oder Allergie-Imfpung genannt, wird das Allergen regelmäßig in langsam ansteigenden Dosen unter die Haut gespritzt. Dadurch gewöhnt sich der Körper an den Allergieauslöser, und das Immunsystem reagiert kaum mehr mit einer Abwehrreaktion.

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