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Mund und Zahnpflege

Wie hoch ist mein Kariesrisiko? Wie kann ich mich schützen?

Karies hängt von mehreren Faktoren ab. Der Speichel spielt eine zentrale Rolle für das ökologische Gleichgewicht in der Mundhöhle und damit für die Zahngesundheit. Er enthält mehrere Mineralien, die der Zahn dringend benötigt, um kleinere Schäden, die durch Säureeinwirkung entstehen, wieder zu reparieren. Nach jeder Nahrungsaufnahme kommt es zu einem Säureangriff auf den Zahnschmelz und das Milieu des Speichels wechselt dabei in den sauren Bereich. Der Säuregrad (pH-Wert) des Speichels sinkt. Bleibt der pH-Wert durch mehrere oder häufige Säureeinwirkungen längere Zeit unter 5,5, sind Mineralverluste aus dem Zahnschmelz nicht mehr reparabel und eine Karies entsteht. Wichtig ist auch, dass der Speichel die Zähne ständig umspült und dadurch auch eine reinigende Funktion übernimmt.

Das individuelle Risiko, an Karies zu erkranken, kann durch eine Reihe von Speicheltests ermittelt werden.

1. Die Speichelfließrate:

Täglich müssen die Speichel­drüsen einen halben Liter Speichel produzieren, damit er seiner Spül- und Reparaturfunktion gerecht werden kann. Mit der Speichelfließ­rate wird die in einer bestimmten Zeit produzierte Speichelmenge festgestellt. Sie soll pro Minute 1,0 Milliliter betragen. Zunächst wird die Speichelproduktion durch das Kauen einer Paraffinkugel angeregt. Nach fünf Minuten wird die gewonnene Speichelmenge gemessen. Die Konsequenz ist, dass, wenn Ihnen einmal wieder die Spucke wegbleibt, Sie Ihren Speichelfluß durch einen Kau­gummi oder durch Vollkornbrot bzw. andere Speisen, die intensives Kauen erfordern, steigern können.

2. Der pH-Wert:

Der normale pH-Wert des Spei­chels liegt zwischen 6,0 und 7,5. Er wird mit Hilfe eines Farbteststreifens gemessen. Freiliegende Zahnhälse reagieren besonders empfind­lich schon unter einem pH-Wert von 6,7. Eine Erhö­hung des Speichelflusses hebt den pH-Wert an.

3. Der Laktobazillentest:

Die Anzahl der Laktobazillen im Speichel ist ein Hinweis für einen hohen Säuregrad im Speichel. Der Test dient als Information über die Ernährungsgewohnheiten. Häufiges Naschen hat eine erhöhte Laktobazillenzahl zur Folge. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Häufigkeit der süßen Zwischenmahlzeiten und Getränke zu reduzieren.

4. Der Streptococcus-Mutans Test:

Die Anzahl der Laktobazillen und der Streptococcus-Mutans Bakterien wird durch ei­nen Abstrich gewonnen und durch mehrtägiges Bebrüten im Brutschrank sichtbar gemacht. Streptococcus-Mutans Bakterien verwandeln Kohlenhydrate und Zucker in Säuren. Sie leben zwar zu Millionen in der Mundhöhle, aber mit ihrer Anzahl steigt auch das Kariesrisiko. Wird ein starker Befall, der bei einer Million Bakterien pro Milli­liter Speichel gegeben ist, fest­gestellt, müssen Gegenmaßnahmen getroffen werden. Ein sehr wirksames Mittel ist die Anwendung des antibakteriellen Chlorhexamed-Gels. Dieses wird mit individuell angefertigten Schienen wäh­rend einer Zeitdauer von zwei Wochen auf die Zähne appliziert.

Es ist für alle Menschen jeder Alterszugehörigkeit  wich­tig, das individuelle Kariesrisiko zu bestimmen, um den entsprechenden Kariesschutz zu erhalten. Insbesondere für wer­dende und junge Mütter sind die Speicheltests unverzichtbar, da das Übertragungs­risiko auf das Neugeborene oder das Kleinkind damit ent­scheidend gemindert werden kann. Darüber hinaus ist eine kontinuierliche und sys­te­ma­tische Kariesvorsorge durch Ihren Zahnarzt vom Kleinkindalter an eine Voraussetzung für ein kariesfreies Gebiss ? ein Leben lang.

 

 

 


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