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Sonne und Haut

Gefahren durch die Sonne - Was tun gegen die Lichtkruste?

 

Was tun gegen die Lichtkruste?

Mehr als 300.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an Hautkrebs, Tendenz steigend. Der Hauptgrund ist die jahre- oder jahrzehntelange Sonnen- oder Lichtbelastung. Das häufigste Vorläuferstadium (Präkanzerose) von Hautkrebs ist die Lichtkruste, die in der Medizin auch als aktinische Keratose (gr. lichtbedingte Verhornung) bezeichnet wird.

 

 

Besonders gefährdet für die Entstehung von Lichtkrusten sind Menschen mit dem hellen Hauttyp I (ca. 2 % der Bevölkerung) und II (ca. 12 %) bei ausgeprägter Sonnenbelastung in Beruf oder Freizeit. In Europa schätzt man, dass bis zu 25 % der Erwachsenen hiervon betroffen sind. Menschen mit dunkleren Hauttypen III und IV sind seltener betroffen.

 

  • Ab dem 4. Lebensjahrzehnt entwickeln sich an den Sonnenhügeln der Haut die ersten Lichtkrusten. Sie finden sich bevorzugt:
  • an der Stirn, der unbehaarten Kopfhaut (insbesondere bei Männern), am Nacken
  • an der Unterlippe, den Ohren, an Nasenrücken und Wangen
  • am Dekollete (insbesondere bei Frauen)
  • sowie an Handrücken und Unterarmen.

 

Lichtkrusten sind oft besser zu tasten als zu sehen. Sie werden als spitz oder rauh, bei gehäuftem Auftreten auch als reibeisenartig empfunden. Das Aussehen kann sehr stark variieren. Unterschieden werden spitzkegelige Formen, bis mehrere mm große Plaques, gelblichkrustige Verhornungen mit gelegentlich entzündetem Randsaum sowie als Besonderheit, hornartige Auswachsungen, die als Lichthörnchen (Cornu cutaneum) bezeichnet werden. Schätzungen gehen davon aus, dass über einen Zeitraum von mehreren Jahren etwa 25 % der unbehandelten Lichtkrusten in Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom) übergehen können. Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Spontanblutung oder Schmerzen weisen oft auf diesen Übergang hin.

Durch Lichtschutzmaßnahmen kann man die Entstehung von Lichtkrusten verhindern oder verzögern. Hierzu gehören der Schutz durch eine Kopfbedeckung, das Meiden von Sonnenbädern sowie die Anwendung von Lichtschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor (z. B. LSF 25).

 

 

Der Hautarzt stellt die Diagnose aufgrund des typischen Hautbildes, gegebenenfalls durch Zuhilfenahme der Auflichtmikroskopie, der fotodynamischen Diagnostik oder durch feingewebliche Untersuchung nach der Entfernung. Zur Auswahl stehen verschiedene Therapieverfahren, die in Abhängigkeit von der Lokalisation, der Größe der Hautveränderung, dem Alter und der körperlichen Verfassung sowie den ästhetischen Vorstellungen des Patienten eingesetzt werden können. Hierzu gehören:

 

  • die Vereisungstherapie (Kryotherapie)
  • die Kürettage (Entfernung mit dem scharfen Löffel)
  • das mitteltiefe und tiefe chemische Peeling
  • die Lasertherapie
  • die photodynamische Therapie
  • die örtliche Chemotherapie
  • die örtliche Therapie mit einem Gel.

 

Durch entsprechende Lichtschutzmaßnahmen, die bereits in der Kindheit beginnen sollten, kann dem Entstehen von lichtbedingten Hautkrebsvorstufen, wie der Lichtkruste und lichtbedingten Hautkrebsarten, wie dem Basalzellkarzinom (Basaliom), dem Plattenepithelkarzinom (Spinalzellkarzinom) und dem bösartigen Melanom (Pigmenttumor) wirksam vorgebeugt werden. Da die meisten Hautkrebsarten sehr langsam entstehen, können sie durch eigene Aufmerksamkeit und hautärztliche Vorsorge noch rechtzeitig im Frühstadium oder im noch gutartigen Vorläuferstadium erkannt und erfolgreich behandelt werden. Wenn der tastende Finger auffällige neue Hautveränderungen erkennt, ist es Zeit für eine hautärztliche Untersuchung.

 

 

 

 

Weitere Beiträge von Dr. Erik Senger, Hautarzt in Rödermark, finden Sie unter "Wenn's um die Haut geht"


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