Gesundheit allgemein

Getrübter Badespaß

Besonders an warmen Sommertagen bringt eine Abkühlung im kühlen Nass Erfrischung. Die einen tun dies im Meer oder Pool, andere vergnügen sich in Seen und Flüssen. Wenn Stunden oder Tage später die Ohren schmerzen, die Augen zu tränen beginnen oder juckende Hautstellen quälen, zeigt sich, dass Badespaß auch unerfreuliche Nebenwirkungen haben kann.

 

Brennen beim Wasserlassen und andauernder Harndrang gehören dann zu den lästigen Folgen. Einerseits bewegen sich in öffentlichen Gewässern oft gefährliche Kolibakterien. Dies ist Indiz dafür, dass eine Verunreinigung mit Fäkalien vorliegt und andere Krankheitserreger enthalten sein können. Anderseits kann es zu einer Unterkühlung und zu einer schlechteren Durchblutung in der Harnblasenregion kommen, wenn sich Menschen zu lange im kühlen Wasser aufhalten. Die Keime aus dem Darm steigen dann leicht auf und verursachen eine schmerzhafte Blasenentzündung. Diese läßt sich vermeiden, indem man sich nicht allzu lange im kalten Wasser aufhält und nasse Bekleidung nach dem Baden sofort auszieht.

 

Wer in einem See, Teich oder Fluss badet, läuft Gefahr, anschließend an einem starken Juckreiz zu leiden. Verursacher dieses Juckreizes, der Badedermatitis, sind sogenannte Entenflöhe (Zerkarien), die in jedem Fliessgewässer vorkommen. Wer nach dem Bad sofort duscht, sich gut abtrocknet und die Badebekleidung wechselt, kann einen durch Zerkarien ausgelösten Hautausschlag verhindern. An den Stellen jedoch, an denen die Tierchen in die Haut eindrungen sind, erscheinen gerötete Flecken mit einem Durchmesser von zwei Milimeter. Abgesehen von dem extremen Juckreiz, sind die Entzündungen meist harmlos und heilen ohne spezielle Behandlung aus.

 

Nach einem Badetag klagen Menschen nicht selten über ein Brennen in den Augen. Das Chlor, mit dem das Wasser öffentlicher Schwimmbäder versetzt ist, ruft solche Symptome hervor. In Seen hingegen sind es kleine Schmutzpartikel auf der Wasseroberfläche, die die Augen reizen können. In beiden Fällen dient das Tragen einer dicht abschließenden Schwimmbrille als vorbeugende Maßnahme.

 

Doch auch Badespaß am Meer birgt ein gewisses Risiko. Während der Kontakt mit Quallen oft mit Hautbrennen verbunden ist, das jedoch in Kürze wieder abklingt, können manche Arten zu ernsthaften Verletzungen führen. Tödliche Quallenarten wie die Würfelqualle aber auch der Kontakt mit den hier verbreiteten Arten wie Leuchtqualle können neben Hautverletzungen auch Schockreaktionen mit bedrohlichen Folgen hervorrufen. Beim Kontakt mit Quallen wird aus Nesselkapseln das Gift freigesetzt. Geeignet ist, Sand auf die betroffene Körperstelle zu streuen, um die Kapseln auszutrocknen. Anschließend ist ein Abwaschen mit Essigwasser und das Kühlen mit Kühlgel empfehlenswert. Bei schweren Verbrennungen oder Kreislaufbeschwerden ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.


Meerwasser meiden sollten weiterhin Menschen mit offenen Wunden oder Hautabschürfungen. Grund hierfür ist das Bakterium Vibrio vulnificus, das sich bei Temperaturen über 20 °C im Salzwasser vermehrt, über verletzte Haut in den Menschen eindringt und eine schwere Wundinfektion auslösen kann. Ohne medizinische Behandlung kann sich die Wundinfektion ausbreiten, schwere Gewebszerstörungen oder Blutvergiftungen können die Folge sein.


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