Gesundheit aktuell

High-Tech-Brille erkennt Leseschwäche bei Kindern

Hoch entwickelte Messbrillen, die britische Kampfjetpiloten beim Zielen unterstützen, sollen künftig auch frühkindliche Leseschwächen (Dyslexie) entdecken. Die Brillen verfolgen minütiös die Augenbewegungen und Blickrichtungen ihrer Träger.

Kampfpiloten können mit ihrer Hilfe allein per Blick ihre Waffen ins Ziel dirigieren. Jetzt sollen dieselbe Technik Kinderaugen kontrollieren. Denn einige Wissenschaftler sind überzeugt, dass Schwierigkeiten beim Lesevorgang verantwortlich sind, wenn Kinder die Worte vor ihren Augen nicht verstehen. "Viele der Probleme rühren von der Unfähigkeit der Augen, ruhig zu verharren, wenn sie die visuelle Form der Worte erfassen sollen," erklärte John Stein, Dyslexie-Forscher an der britischen University of Oxford. Er arbeitet mit Qinetiq zusammen, einem Teil der früheren staatlichen britischen Defence Evaluation and Research Agency.(Dera). Qinetiq hat gerade Forschungsgelder erhalten, um die Kampfpilotbrillen auf Kinderaugengröße umzusetzen. Mit Hilfe der Brille können die Forscher vergleichen, wie Menschen mit und ohne Leseschwäche Buchstaben und Bilder quasi einscannen, so Tony Varey, Manager des Qintetiq- Projektes: " Wir werden feststellen können, ob die Augen der Person auf die kleinen Dinge blicken oder sie einfach unkoordiniert sind." Sie könnten bestimmte Augenbewegungen bei Kindern bereits früh auf spätere Leseprobleme hinweisen. Weltweit sind rund fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung von Schreib- und Leseschwäche betroffen. Die Messbrillen könnten bereits in Grundschulen zum Einsatz kommen, um Dyslexie klar zu diagnostizieren. Denn je früher das Problem festgestellt wird, desto weniger leiden Ausbildung und Selbstbewußtsein der Kinder. Vermutlich kann die Brille aber nur Teil eines Diagnose-Sets sein. Die Ursachen und Symptome der Dyslexie sind verschieden. Wissenschaftler des Langley-Forschungszentrums der US-Raumfahrtsbehörde Nasa setzen bereits spezielle Videospiele für Astronauten und Flugzeugpiloten ein, um Kinder mit Konzentrationsschwächen beim Lernen zu behandeln.

Während der als Hirnwellen-Biofeedback bezeichneten Trainingsmethode registrieren Sensoren am Kopf des Kindes die Gehirnaktivität. Die Messwerte wiederum beeinflussen den Schweregrad des Spiels. Sie soll verhindert werden, dass die Aufmerksamkeit der Kinder nachlässt. Ursprünglich wurde die Methode für Astronauten und Piloten entwickelt, damit sie trainieren können, damit sie trainieren können, auf unvorhersehbare Ereignisse besser zu reagieren. Dieses Spezialtraining hatten die Nasa-Forscher an die spielerischen Bedürfnisse der Kinder angepasst. Sie lernen genau hinzuhören und ihre Aufgaben ohne Ablenkung zu erledigen.


 

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