Gesundheit aktuell

Heilpflanze des Monats: Die Minze

Botanisch betrachtet ist die in Asien und Europa beheimatete Minze eine mehrjährige Pflanze aus der Großfamilie der Lippenblütler. Ihr lateinischer Name ist Mentha piperita bzw. Mentha arvensis. Es existieren zahlreiche Unterarten mit kleinen weißen, rosa oder purpurnen Blüten. Die Wuchshöhe der Minze beträgt zwischen 40 und 80 Zentimetern. Die Minze liebt feuchte, humusreiche Böden in sonniger bis halbschattiger Lage. Viele Minze- Arten können über Samen vermehrt werden, die Kulturpflanze Pfefferminze jedoch nicht. Alle lassen sich leicht durch Teilung oder Ausläufer anpflanzen. Im Juli ist Blütezeit für die Minze. Die Erntezeit reicht von Juni bis Oktober. Die Geschmacksvielfalt korrespondiert mit der Artenvielfalt, vom fruchtigen (Apfel- und Ananas- Minze) bis zum parfümartigen (Eau-de-Cologne-Minze) Aroma reicht die Palette. Am bekanntesten ist der scharf-aromatische Duft der Pfefferminze. In der Küche findet frisches Minzkraut in kleinen Mengen Verwendung zu Soßen, Suppen, Rohkost, Quark, Eiern, Gelee, sommerlichen Drinks, zu Fruchtsalaten und Süßspeisen, Kräuteressig und -wein. Die klassischste Zubereitung ist wohl der Pfefferminztee aus 3 TL Pfefferminzblätter pro Tasse kochendem Wasser. Auch als Bademittel, Öl zum Einreiben und Aromatisieren wird die Minzpflanze eingesetzt. Von Bedeutung in der Naturheilkunde sind die Bitter- und Gerbstoffe sowie die reichlich vorhandenen ätherische Öle wie das desinfizierende Menthol, die aus den Blättern gewonnen werden. Diese wirken krampflösend und schmerzlindernd, entzündungshemmend und kühlend, regen die Galle an, beleben den Herzmuskel und beruhigen das Gehirn. Die Palette der Heilbereiche ist sehr umfangreich. Im Mittelalter wurde Minze vor allem zur Stärkung der Verdauung eingesetzt. Historische Quellen beschreiben auch Empfehlungen bei Zahnfleischproblemen, Probleme mit Leber und Milz sowie durch Stillen verhärtete Brüste. Mit Entdeckung der Echten Pfefferminze 1696 auf einem englischen Feld begann ihr Siegeszug in der Volksheilkunde. Man nutzte sie zunächst gegen Magenkrämpfe, Blähungen, Halsschmerzen und Husten und setzte sie äußerlich bei Kopfschmerzen und Geschwüren ein. Die heutigen Indikationen sind krampfartige Beschwerden im oberen Verdauungstrakt, in den Gallenwegen, Reizmagen, Erkältung und entzündete Mundschleimhaut. Wissenschaftlich anerkannt ist die innerliche Anwendung von Ackerminze bei Magen-, Darm- und Gallenbeschwerden sowie bei Atemwegskatarrhen sowie die äußerliche Anwendung bei Schmerzen.


 

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