Gesundheit aktuell

Wirstoff Oseltamivir - Frühzeitige Behandlung der Grippe kann ihre Dauer auf die Hälfte reduzieren

Wirkstoff Oseltamivir-Frühzeitige Behandlung der Grippe

kann ihre Dauer auf die Hälfte reduzieren

 

 

 

 

Eine neue Studie, die heute an der Interscience Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy (ICAAC) in Toronto, Kanada, vorgestellt worden ist, hat ergeben, dass die Einnahme von Oseltamivir innerhalb von zwölf Stunden nach Einsetzen der Grippesymptome die Gesamtdauer der Krankheit um mehr als drei Tage verkürzt gegenüber einer Therapie, die erst nach 48 Stunden eingeleitet wird. Die unter dem Titel IMPACT (IMmediate Possibility to ACcess oseltamivir Treatment ) durchgeführte Studie hat ergeben, dass bei frühem Therapiebeginn mit Oseltamivir der grösstmögliche Nutzen aus diesem neuen Medikament gezogen werden kann.

 

Dr. med. Fred Aoki von der Universität Manitoba und federführender Autor der IMPACT-Berichts: "Die IMPACT-Studie lässt deutlich erkennen, dass eine frühzeitige Verabreichung von Oseltamivir die Grippesymptome verringert. Ein weiteres wesentliches Resultat der Studie besteht darin, dass die Patienten in der Lage sind, Grippesymptome zu erkennen, so dass sie sich nach deren Auftreten unverzüglich an den Arzt wenden können."

 

Die IMPACT-Studie

 

Im Rahmen dieser Studie wurde der Zusammenhang zwischen Behandlungsbeginn und maximalem Therapienutzen mit Tamiflu ermittelt, indem so früh wie möglich nach Einsetzen der Symptome mit der Verabreichung des Medikaments begonnen wurde. 1428 Patienten wurden in die Studie aufgenommen, von denen zwei Drittel an einer laborseitig bestätigten Grippe litten. Die IMPACT-Studie zeigt deutlich auf, dass der Zeitpunkt der Grippebehandlung entscheidend ist. Die prognostizierte Verringerung der Krankheitsdauer ist um so größer, je früher mit der Einnahme von Oseltamivir begonnen wird. Die Daten zeigen, dass die Verabreichung von Oseltamivir an Grippepatienten innerhalb von 12 Stunden nach Einsetzen der ersten Symptome die Gesamtdauer der Erkrankung halbiert, gegenüber einem Therapiebeginn, der später als 2 Tage nach Auftreten der ersten Symptome erfolgt.

 

Über den Wirstoff Oseltamivir

 

Oseltamivir, der erste orale Neuraminidasehemmer, ist für die systemische Behandlung aller häufiger Grippeviren (Typen A und B) bestimmt. Das Medikament zielt auf eine der zwei wichtigen Oberflächenstrukturen des Grippevirus ? das Protein Neuraminidase ab. Dieses Protein ist bei allen häufigen Grippeviren praktisch identisch. Wird die Neuraminidase gehemmt, kann das Virus keine neuen Zellen infizieren.

 

Bislang haben über 7000 Patienten (im Alter von 1bis 97 Jahren) Oseltamivir im Rahmen klinischer Studien erhalten. In diesen Studien hat sich Tamiflu als hochwirksam sowie als gut verträglich erwiesen, und es hat ein gutes Profil erkennen lassen. Bei den mit Oseltamivir behandelten Patienten wurde zudem eine wesentliche Verringerung von Komplikationen beobachtet.

 

Die Therapie der Grippe mit Oseltamivir bei Kindern ab 1 Jahr hatte eine wesentliche Verkürzung der Krankheitsdauer sowie eine signifikante Verringerung der Häufigkeit von Mittelohrentzündungen zur Folge. Besonders ausgeprägt war diese Wirkung bei Kindern im Vorschulalter, bei denen eine wirksame Behandlung mit Oseltamivir das Risiko einer Erkrankung an akuter Mittelohrentzündung um mehr als 50% verringert. Eine Studie, in der einmal täglich 75 mg vom Wirkstoff Oseltamivir an Personen verabreicht wurden, die im gleichen Haushalt mit grippeinfizierten Patienten lebten, hat zudem ergeben, dass das Medikament in über 90% der Fälle eine klinische Grippeerkrankung verhütet. In dieser Studie wurde die Behandlung mit Oseltamivir innerhalb von 2 Tagen nach erstmaligem Ausbruch der Krankheit eingeleitet und 7 Tage lang fortgesetzt. Weitere Studien haben ergeben, dass eine Langzeitprophylaxe mit dem Medikament (einmal täglich 75 mg während 6 Wochen) gut verträglich war und die Häufigkeit von Grippeerkrankungen bei zuvor gesunden Erwachsenen während einer Grippewelle sowie bei gebrechlichen Betagten in Pflegeheimen reduzierte.

 

Bereits über 750 000 Grippekranke konnten in den USA, Kanada und der Schweiz mit Oseltamivir behandelt werden, wo es seit der letzten Grippewelle erhältlich ist. Der Wirkstoff Oseltamivir ist kürzlich zur Behandlung der Grippe in Neuseeland und Lateinamerika eingeführt worden. Es ist von den australischen Zulassungsbehörden für die Behandlung der Grippe genehmigt worden, und in Japan ist das Zulassungsgesuch für die Prophylaxe und Therapie der Grippe noch anhängig. Ebenfalls in Prüfung befindet sich ein Zulassungsgesuch für die Verhütung der Grippe sowie für die Grippebehandlung bei Kindern ab dem ersten Lebensjahr in den USA, wo dem Medikament ein beschleunigtes Prüfungsverfahren gewährt worden ist.


 

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