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Mittelohrentzündung

Die Mittelohrentzündung (=Otitis media) ist eine bakterielle oder virale Infektion des mittleren, hinter dem Trommelfell und im Kopf gelegenen Ohrteiles. Sie tritt häufig mit einem Infekt der Nase (=Rhinitis) und Bronchien (=Bronchitis) auf, weil dann der Sekretabfluß des Mittelohres in den inneren Nasenbereich unterbrochen wird.


Die Kinder verspüren heftige Ohrenschmerzen, Schreien, finden keinen Schlaf und greifen wiederholt an die äußere Ohrmuschel. Die Eltern messen mehrfach täglich die Körpertemperatur unter dem Arm (=axillär) oder im After (=rektal). Ab 37,5 ° C besteht definitionsgemäß Fieber; es können Temperaturen bis 40° C erreicht werden.


Der behandelnde Arzt untersucht zunächst mit dem Ohrspiegel (=Otoskop) durch den offenen, äußeren Gehörgang das Trommelfell, welches bei einer Mittelohrentzündung gerötet und vorgewölbt ist. Da kleine Kinder ihre Beschwerden nicht oder nur ungenau schildern können, wird der behandelnde Arzt auch an anderen Orten nach Infektionen suchen (z. B. Rachen, Lunge, Darm).


Die Behandlung erfolgt häufig mit Nasentropfen (z. B. Kochsalzlösung oder Xylometazolin), die die Nasenschleimhaut zur Abschwellung bringen. Die Fiebersenkung (etwa ab 39 ° C) und Schmerzbehandlung geschieht mit Medikamenten (z. B. Paracetamol) als Saft oder Zäpfchen (=Suppositorien). Eine reine Fieberbehandlung ist durch kalte Wickel möglich. In aller Regel wird zusätzlich eine Antibiotikabehandlung (z. B. Amoxizillin, bei Penicillinallergie Makrolide oder Cephalosporine) über 5 Tage durchgeführt. Sollten die Infekte zu häufig auftreten, kann eine vorbeugende (=prophylaktische) Operation durch einen Hals-, Nasen- und Ohrenarzt sinnvoll sein.


Die Mittelohrentzündungen heilen fast immer folgenlos aus. Sie können mehrfach im Kindesalter auftreten, ohne daß eine ernsthafte und chronische Gesundheitsstörung vorliegt.


Kalte Wickel bei Fieber


Hohes Fieber (höher als 39°C) ist unangenehm, jedoch nicht direkt gefährlich, wenn die zugrundeliegende Erkrankung erfolgreich behandelt wird. In den meisten Fällen handelt es sich um einen bakteriellen Infekt, dessen fieberhafte Begleitreaktion bei erfolgreicher Antibiotikatherapie innerhalb von 1-2 Tagen auf Werte von 37 bis 38° C absinkt. Ein länger anhaltendes Fieber bedarf dringend einer ärztlichen Kontrolle.


Hochfiebrige Patienten sind hinfällig und häufig bettlägerig. Das Fieber selbst kann bei Kindern und alten Menschen zur Austrocknung des Körpers führen (Zeichen: trockene Zunge). Bei Kindern können Fieberkrämpfe auftreten, die nach Temperatursenkung völlig abklingen. Die Schwere der Krankheitszeichen (=Symptome) ist beim Fieber individuell sehr unterschiedlich.


Zur Fiebermessung ist ein herkömmliches Quecksilberthermometer weiterhin hervorragend geeignet. Neue, digitale Thermometer können störanfällig sein. Ein fiebernder Patient mißt zumindest dreimal täglich die Temperatur und protokolliert die Meßwerte. Die im Enddarm (=rektal) gemessenen Werte können um bis zu 1 °C höher liegen als unter dem Arm (=axillär). Alle Temperaturwerte sollen dem behandelnden Arzt in schriftlicher Form vorgelegt werden.


Die Fieberfolgen (z.B. Müdigkeit) machen eine Senkung ab etwa 39° C durch Medikamente (z. B. Paracetamol) oder kalte Wickel sinnvoll. Für kalte Wickel verwendet man zunächst angewärmtes Leitungswasser (20-30°C). Darin werden 2 normale Handtücher getränkt, leicht ausgewrungen und dann einzeln um die Unterschenkel zwischen Knie und Fußgelenk gedreht. Darüber folgt je 1 trockenes Handtuch, um ein Durchnässen des Bettes zu verhindern. Nach 10 Minuten werden die inneren Handtücher abgenommen und erneut in Wasser getaucht, da sie sich zwischenzeitlich erwärmt haben. Dieser Vorgang wird 3-6 mal wiederholt, wobei die Wassertemperatur schrittweise auf 10-15 °C abgesenkt wird. Sehr kühles Wasser, z. B. aus dem Kühlschrank, wird als unangenehm empfunden und vom Patienten abgelehnt. Die Fiebersenkung wird wiederholt gemessen und sollte nicht wesentlich mehr als 1 ° C betragen. Bei einem erneuten Fieberanstieg kann die Prozedur wiederholt werden. Kalte Wadenwickel können allein oder in Kombination mit fiebersenkenden Medikamenten und Antibiotika gegeben werden. Einen ähnlichen Kühleffekt erreicht man durch kühle Waschungen, bei denen man statt Handtücher einen Waschlappen verwendet und damit Körper, Arme und Beine abwäscht. Auf das Abtrocknen wird verzichtet.

 
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