In einer groß angelegten Auswertung unterschiedlichster wissenschaftlicher Untersuchungen am Institut für Prävention und Ernährung (IPEV) in Ismaning bei München wurde bestätigt, dass Coenzym Q10 einen bedeutenden Einfluß auf die oxidativen Vorgänge im menschlichen Körper hat. Unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Vormann beschäftigt sich das Institut schon seit Jahren mit der Frage, welche Rolle Coenzym Q10 im menschlichen Körper spielt. In einer Auswertung zahlreicher Studien, die zwischen1989 und 1999 durchgeführt wurden, konnte das Insititut bestätigen, dass Q10 ein lebensnotwendiger Katalysator von biochemischen Reaktionen der menschlichen Zellen ist und durch keine andere Substanz ersetzt werden kann. Daher gewinnt das Coenzym im Umfeld von Therapien zunehmend an Bedeutung. Normalerweise ist jede Zelle in der Lage, Coenzym Q10 selbst herzustellen. Die Analyse zeigt jedoch, dass es mit zunehmendem Alter zu einer Abnahme der Q10-Menge in den verschiedenen Organen kommt. Hierbei ist insbesondere unser wichtigstes Organ - das Herz - betroffen. 40-jährige verfügen bereits um 1/5 weniger an Coenzym Q10 im Herz als 20-jährige. Mit 80 Jahren verfügt das Herz nur noch über etwas mehr als die Hälfte des notwendigen Coenzyms.
Coenzym Q10 in der kardiologischen Therapie Die Analyse zeigt, dass Patienten, die neben der üblichen Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz zusätzlich Coenzym Q10 erhielten, ihre maximale Herzleistung wieder erreichten. Schon 100 mg Coenzym Q10 pro Tag über drei Monate führte zu einer deutlichen Erhöhung der körperlichen Aktivität und Lebenszufriedenheit. Auch in der Therapie des Herzinfarktes konnten Studien die positive Wirkung von Q10 belegen. Der Verschluß von Herzkranzgefässen bei einem Herzinfarkt bedingt ein Energiedefizit in den Zellen, das bis zum Zelltod führen kann. Durch seine unterstützende Wirkung auf die Energiebereitstellung in der Zelle kann Q10 diesem Defizit entgegenwirken und die Therapie durch seine antioxidative Wirkung ergänzen.
Coenzym Q10 in der Cholesterintherapie Nicht selten werden hohe Cholesterinspiegel mit Präparaten behandelt, die Statine enthalten. Diese Statine können einen negativen Einfluß auf den Muskel haben und sogar eine Muskelschwäche bewirken. Da Statine in biochemischen Zellreaktionen einen Q10- Mangel verursachen, kann die Ergänzung der Therapie durch Q10 helfen, die negativen Nebenwirkungen von Statinen zu verhindern.
Coenzym Q10 und Tumorerkrankungen Eine von vielen Ursachen von Tumorerkrankungen ist vermehrter oxidativer Stress. Folglich ist die Verwendung von Antioxidantien in der Krebsprävention von wachsendem Interesse. Es ist zu vermuten, dass eine verminderte zelluläre Q10-Konzentration das Risiko einer Tumorerkrankung begünstigen kann. So konnte beispielsweise eine komparative Studie zeigen, dass bei Brustkrebspatientinnen mit einem bösartigen Tumor die Konzentration des Q10-Gehalts im Blut noch geringer war als bei Patientinnen mit gutartigem Tumor. Die Daten bezüglich der Wirkung des Coenzyms im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen sind bislang noch lückenhaft und daher Gegenstand intensiver medizinischer Forschung.
Zusammenfassung Die Ergebnisse verschiedenster Untersuchungen belegen die positive Wirkung der Ergänzung von Therapien mit Q10. Dies zeigt zum einen, dass der menschliche Organismus auf eine ausreichende Q10-Konzentration in den Zellen angewiesen ist und lässt zum anderen die Beteiligung eines Q10-Mangels bei vielen Erkrankungen annehmen. Nach wie vor sind noch nicht alle Möglichkeiten des bereits 1957 entdeckten Coenzyms erforscht. Zumal Q10 neben seiner positiven Wirkung bei der Behandlung von Krankheiten auch in der Prävention eine immer bedeutendere Rolle spielt. Bislang bleibt festzuhalten, dass ein ausgewogener Q10-Haushalt einen wesentlichen Baustein in Prävention und Therapie einer Vielzahl von Erkrankungen und altersbedingter Abbauprozesse darstellt.
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