Gesundheit
Zucker und Karies – Kariesvorbeugung wirkt

Zucker und Karies – Kariesvorbeugung wirkt

Gesunde Zähne und Zuckerkonsum sind kein Gegensatz. Denn Zahnmediziner wissen, erst das Zusammenwirken verschiedener Faktorenbündel führt zu Karieslöchern an den Zähnen. Die Ernährung ist einer dieser Bündel, darin einer auch der Zuckerkonsum. Aber offensichtlich nicht der Bedeutendste. Denn innerhalb der letzten zehn Jahre ist in Deutschland der Kariesbefall bei Kindern und Jugendlichen erheblich zurückgegangen, obwohl sich der Zuckerverbrauch nicht verändert hat. Auch in anderen Länder wurde dies beobachtet. Nach der letzten repräsentativen Mundgesundheitsstudie liegt der Anteil der 6 – 7-Jährigen, die keinerlei Karies haben, zwischen 33 % und 60 % und ist jetzt 50 % höher als vor zehn Jahren. Damit hat Deutschland die „Oberliga“ der Länder mit erfolgreicher Kariesvorbeugung erreicht.

 

Karies hat mehrere Ursachen

Bei der Entstehung von Karies gehen wesentliche Einflüsse von verschiedenen Faktoren aus, die zusammenwirken müssen: Karies ist das Ergebnis eines multifaktoriellen Prozesses. Mikroorganismen im Zahnbelag (Plaquebakterien), Nahrungsbestandteile, Zeit, aber auch individuelle Faktoren, wie Anfälligkeit der Zähne, Speichelfluss und Zusammensetzung des Speichels spielen eine Rolle. Entsprechend ist eine wirksame Kariesvorbeugung das Ergebnis verschiedener Maßnahmen.

Auf den Zähnen kann sich ein Belag (Plaque) bilden, in den Bakterien eingebettet sind. Wenn wir etwas essen, beginnen die Plaquebakterien sofort, die in den Lebensmitteln enthaltenen Kohlenhydrate abzubauen. Dabei entstehen als Stoffwechselprodukte Säuren. Sie können den Zahnschmelz angreifen, indem sie seine Mineralbausteine herauslösen. Auch die in der Nahrung enthaltenen Säuren tragen zur Entkalkung des Zahnes bei. Aber ein natürlicher Reparaturmechanismus wirkt dem entgegen. Der Speichel verdünnt Säuren und neutralisiert sie. Außerdem enthält er die Schmelzbestandteile Kalzium und Phosphat. Dies führt zu einer Remineralisierung des Zahnes. In Gegenwart von Fluoriden verläuft diese Remineralisierung effektiver.

Schädlich ist, wenn Speisereste lange Zeit im Mund bleiben. Dabei kommt es nicht auf die Art der Nahrung an. Entscheidend ist, wie viel Zeit die Bakterien im Mund haben, um Kohlenhydrate zu Säuren abzubauen. Je häufiger ein mit Belag überzogener Zahn mit Nahrung in Berührung kommt, desto häufiger wird der Zahnschmelz von Säuren attackiert und umso kürzer ist die Zeit für die Remineralisierung.

Regelmäßiges Zähnputzen ist deshalb eine wichtige Maßnahme zur Kariesvorbeugung. Zum einen werden so die Zahnbeläge vermindert und zum anderen Speisereste entfernt. Bei Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpaste wird außerdem Fluorid zugeführt, das die Remineralisierung fördert und den Zahnschmelz härtet.

Zur optimalen Kariesprävention empfehlen Zahnärzte:
• Regelmäßiges (mind.2 x/Tag), sorgfältiges Zähneputzen mit der optimalen Technik (Entfernen von Speiseres­ten/Zahnbelägen)<?xml:namespace prefix="o" ns="urn:schemas-microsoft-com:office:office"?>

• Kontinuierliche Fluoridzufuhr (Zahnpaste, fluoridier­tes Speisesalz, evtl. Fluorid­tabletten)

• Versiegelung der Fissuren (Grübchen der Backenzähne) durch den Zahnarzt

• Regelmäßige zahnärztliche Kontrolle

• Kein Dauerkonsum wie Dau­ernuckeln von Getränken, kein Verzehr von Lebensmitteln und Getränken nach dem Zähneputzen am Abend

Die wohl wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Kariesvorbeugung sind, neben der Fissurenversiegelung, die vielfältigen Fluoridschutzwirkungen sowie die regelmäßige Zahnpflege. Denn der Rückgang der Zahnkarieshäu­figkeit ist erreicht worden, ohne dass sich die Ernäh­rungs­gewohnheiten und speziell der Verzehr an Zucker wesentlich verändert haben. Gesunde Zähne erhalten heißt also nicht, auf Zucker zu verzichten, sondern erfolgreich gegen Zahnbeläge und Säure­attacken vorzugehen. Und zwar mit Fluorid und Zahnbürste, ganz nach dem Motto: Ein schönes Lachen lässt sich machen, denn ein sauberer Zahn wird nicht krank.

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