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Ursachen für Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall

Ursachen für Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall

Fast jede dritte Frau in Deutschland leidet unter dem Verlust ihrer Haare oder dünner werdendem Haar. Und was bei Männern zum markanten Aussehen beitragen kann, macht Frauen im Alltag das Leben oft schwer.

Seit alters her gelten diejenigen als besonders ansprechend, die eine schöne, gepflegte Haarpracht besitzen. Schon das größte Buch der Heilkunst im alten Ägypten berichtet über diverse Möglichkeiten, den Haarausfall, sogar den der königlichen Mutter, zu behandeln. Volle Haare werden als Zeichen für Vitalität, Lebensfreude und Kraft angesehen, durch ihr ständiges Wachstum sind sie zum Symbol für das Leben schlechthin geworden. Besonders deutlich wurde die Symbolkraft von Haaren durch Perücken demonstriert. Als die Haarpracht des französischen Königs Ludwig XIV. zu schwinden begann, führt er das Tragen von Perücken ein, die oft ausgefallene Formen und Ausmaße annahmen. Doch die Perücke diente nicht nur als Schmuck, sie bot auch Schutz vor Kälte.

Heute haben Haare für uns eine vollkommen andere, aber nicht weniger bedeutende Funktion. Sie sind Schmuck, Ausdruck von Modebewusstsein und individuellem Styling. Sie prägen unser Äußeres und können maßgeblich über privaten und beruflichen Erfolg mit entscheiden. Dementsprechend groß ist die Verzweiflung über jedes Haar, das sich auf dem Kopfkissen wiederfindet.

Ein simpler Haarausfalltest kann ersten Aufschluss darüber geben, ob jemand an verstärktem Haarausfall leidet.

Drei Schritte sind dafür ausreichend:

Einen Tag vor Testbeginn sollte das Haar gewaschen werden.

  • Vor dem Test sollte im Abfluss ein Abflusssieb eingesetzt werden.
  • Im Anschluss werden die Haare über dem Waschbecken gewaschen.
  • Danach werden die im Sieb befindlichen Haare gezählt.

Wurden bei der Haarwäsche mehr als 100 Haare verloren, kann es sich um Haarausfall handeln. Hier gilt es, frühzeitig den Arzt aufzusuchen, der eine Therapie einleiten kann.

Das Haarausfallmuster bei Frauen ist anders als bei Männern, bei denen sich im fortge­schrittenen Stadium eine Glatze ausbildet. Bei Frauen dagegen verbreitert sich der Mittelscheitelbereich und die lichten Stellen werden in einigen Fällen immer größer, auch wenn keine völlige Glatze entsteht.

Experten schätzen, dass zirka 80 Prozent aller Haarausfälle bei Frauen erblich bedingt sind. Dieser Form des Haarausfalls kann man zwar immer noch nicht vorbeugen, wohl aber entgegenwirken. Seit einiger Zeit steht den davon Betroffenen eine Lösung zur medikamentösen Behandlung zur Verfügung. 

Kopfhaare wachsen etwa 0,35 Millimeter pro Tag. Das ergibt circa einen Zentimeter pro Monat und zwölf Zentimeter pro Jahr. Die Wachstumsgeschwindigkeit hängt dabei vom Alter ab: In der Pubertät wachsen Haare mit 0,41, in höherem Lebensalter nur noch mit 0,32 Millimeter pro Tag. Bei 80.000 Kopfhaaren wachsen täglich insgesamt 25 bis 30 Meter Haar, das ergibt pro Monat etwa 800 Meter neues Haar. Abhängig vom individuellen Haarwachstumszyklus kann die Haarlänge eines Menschen maximal 70 bis 90 Zentimeter betragen. Das Haarwachstum ist in drei Phasen unterteilt:

die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase. Die Länge der einzelnen Phasen kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein und sich insgesamt über Jahre hinziehen. 

Um eine möglichst positive Wirkung zu erzielen, sollten Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall so früh wie möglich mit einer medikamentösen Therapie beginnen. Ein behandelnder Arzt wird mit gemeinsam mit den Betroffenen alle persönlichen Fragen klären. Der rechtzeitige Gang zum Arzt verhindert nicht nur weiteren Haarverlust, sondern verringert vor allem auch die damit verbundene psychische Belastung und trägt so in nicht unerheblichem Maß zu einer verbesserten Lebensqualität bei.

Die Ursachen für den erblich bedingten Haarverlust sind noch nicht gänzlich erforscht. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die für den Haarverlust verantwortlichen Gene entweder von einem oder auch von beiden Elternteilen vererbt werden können. Die Folge ist, dass der Haarzyklus immer schneller abläuft und während einer verkürzten Wachstumsphase wird dabei ein immer dünneres und kürzeres Haar gebildet, später nur noch ein feines, flauschiges und letztlich gar keines mehr. Dieser Vorgang lässt sich durch eine moderne Therapie aufhalten: Mit neuartigen, verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist eine Erweiterung der vorhandenen Blutgefäße möglich, die für eine Verbesserung der Nährstoffversorgung der Haarzellen sorgt und so der Wachstumsstörung entgegenwirken kann.

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