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Szintigraphie

Szintigraphie

 

Die Szintigraphie gehört zu den bildgebenden Verfahren in der Krebsdiagnostik. Während man durch Röntgenaufnahmen, Computertomogramme und Kernspintomographien Tumore aufgrund ihrer besonderen Form und Dichte vom gesunden Gewebe unterscheiden kann, geschieht dies bei der Szintigraphie durch ihre unterschiedlichen funktionellen Eigenschaften. Die Zellen im Körper erhalten eine radioaktiv markierte Substanz, einen so genannten Tracer. Diesen Tracer bekommt der Patient vor der Untersuchung gespritzt. Tumorzellen und gesunde Zellen reagieren meist unterschiedlich auf diesen Test – im Tumor reichern sich die markierten Substanzen stärker an. Diese Anreicherung kann mit speziellen Geräten sichtbar gemacht werden.

 

Je nach Diagnostikbereich wird dem Patienten vor der Untersuchung eine geringe Menge der passenden Tracer-Substanz gespritzt, also ein radioaktiv markiertes Molekül, das in der Aufnahme sichtbar werden kann. Der Tracer verteilt sich im Blutstrom und erreicht so die Gewebe, die untersucht werden sollen. Gewebe, die viel Tracer enthalten, erscheinen im Szintigramm dunkler als das umliegende Gewebe. Mit der Szintigraphie können große Körperpartien, beim Knochenszintigramm zum Beispiel das gesamte Skelett, nach dem Verbleib des verabreichten Tracers abgesucht werden. Es ist aber auch möglich, kleinflächige Regionen oder die Funktionsfähigkeit spezieller Zellen in einem Organ zu untersuchen.

Ein Tracer besteht im allgemeinen aus einem Trägermolekül, dessen Verteilung, Anreicherung und Ausschwemmung aus den verschiedenen Geweben des Körpers bekannt ist. Diese Substanz wird dann radioaktiv markiert. Während die radioaktive Markierung des Tracers im Körper des Patienten zerfällt, sendet sie eine den Röntgenstrahlen verwandte Gammastrahlung aus.

Die bei einer Szintigraphie eingesetzten Mengen an strahlenden Substanzen sind äußerst gering und bedeuten deshalb keine wesentlichen Belastungen. Trotzdem ist die Szintigraphie eine Untersuchung, die nur bei gezielter Fragestellung und nicht als Routineuntersuchung bei Krebsverdacht eingesetzt wird.

Die Szintigraphie wird sowohl bei der Erstdiagnose einer Krebserkrankung als auch im Verlauf der Erkrankung eingesetzt. Bei der Erstdiagnose kann sie helfen zu erkennen, ob ein gut- oder bösartiger Tumor vorliegt. Hauptsächlich dient sie jedoch zur Beurteilung, wie weit fortgeschritten das Tumorgeschehen ist. Diese Beurteilung ist entscheidend für die Therapien, die zum Einsatz kommen können. Während des Verlaufs der Erkrankung kann die Szintigraphie helfen, den Erfolg der Behandlung zu beurteilen. Nach einer Strahlen- oder Chemotherapie lässt sich mit ihrer Hilfe vernarbtes Restgewebe von einer noch aktiven Tumormasse unterscheiden.

Szintigraphische Methoden können in der Tumordiagnostik zur Untersuchung vieler Organsysteme eingesetzt werden. Dazu gehören Skelett, blutbildendes System, Lymphgefäße, Schilddrüse, Zentralnervensystem, Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm.

Zu den am häufigsten durchgeführten nuklearmedizinischen Untersuchungen gehört die Skelettszintigraphie. Sie dient vor allem der Suche und Beurteilung von Knochentumoren und Skelettmetastasen und ist eine besonders empfindliche Nachweismethode zur Erkennung krankhafter Prozesse am Knochen.

So erlaubt es die szintigraphische Suche nach Skelettmetastasen bei Brustkrebs und Prostatakarzinom, einen Knochenbefall zuverlässig auszuschließen beziehungsweise ihn schon Monate vor dem röntgenologischen Nachweis zu erkennen. Auch bei Bronchialkarziom, Nierenkarzinom, Darmkrebs, bestimmten Formen des Schilddrüsenkarzinoms, malignen Melanomen und Lymphomen gehört die Skelettszintigraphie zu den Routine-Untersuchungen.

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