Gesundheit
Auszeichnung Webadressbuch 2015
Gesundheit

Refluxkrankheit der Speiseröhre

Refluxkrankheit der Speiseröhre

Eine gastroösophageale Refluxkrankheit liegt immer dann vor, wenn durch Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre organische Manifestationen hervorgerufen werden (z. B. Refluxösophagitis = Entzündung der Speiseröhre) oder Symptome mit Beeinträchtigung der Lebensqualität resultieren. Die Refluxerkrankung ist in der Gesellschaft der westlichen Welt außerordentlich häufig und nimmt in den letzten Jahren an Häufigkeit zu. In Deutschland klagen etwa 30% der erwachsenen Bevölkerung über Symptome der Refluxkrankheit. Häufigste Symptome sind wiederkehrendes Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein oder Aufstoßen. Bis zu 7% der Betroffenen leiden sogar dauerhaft an refluxbedingten Symptomen, die sich auch durch Heiserkeit, Bronchitiden oder Asthma manifestieren können. Patienten mit chronischer gastroösophagealer Refluxerkrankung sind aber auch von Komplikationen wie Blutungen, Ulcerationen (Geschwüre) und narbigen Strikturen im Bereich der Speiserröhre bedroht. Etwa 10% aller Patienten entwickeln ein spezialisiertes Schleimhautgewebe, das so genannte Barrett-Epithel, welches in einigen Fällen eine mögliche Vorstufe für die Entstehung einer Form des Speiseröhrenkrebses darstellt.

Ursächlich für die Entstehung der Refluxerkrankung ist ein muskuläres Versagen des normalerweise bestehenden Verschlussmechanismus im Übergangsbereich zwischen Speiseröhre und Magen. Häufig weisen die betroffenen Patienten zusätzlich einen Zwerchfellbruch - eine so genannte Hiatushernie - auf.

Nach Erfassung der bestehenden Symptome stellt die Endoskopie die entscheidende diagnostische Maßnahme dar, da hierbei auch kleinste Schleimhautveränderungen im gastroösophagealen Übergangsbereich erkannt werden können. Zusätzlich kann durch eine 24-stündige Säuremessung (pH-Metrie) die Zuordnung von Symptomen und Refluxepisoden erfolgen.

Neben allgemeinen Maßnahmen wie zum Beispiel die Erhöhung des Kopfendes des Bettes, Gewichtsreduktion oder Änderung der Ernährungsgewohnheiten ist bei schwereren Fällen der Refluxösophagitis eine oft dauerhafte medikamentöse Therapie indiziert.  Protonenpumpenblocker gehören heute zu den Medikamenten der ersten Wahl. In etwa 10% ist aber auch hier keine Symptomfreiheit zu erreichen, so dass chirurgische Verfahren wie die so genannte offene Fundoplikation und seit Beginn der 90er zunehmend die laparoskopische Fundoplikation zum Einsatz kommt, bei denen eine künstlich angelegte Muskelmanschette den Übergang von Magen und Speiseröhre einengt und so einen fortdauernden sauren Rückfluss verhindert. 

Seit Mitte 2000 stehen neue endoskopische Verfahren zur Verfügung, die möglicherweise in Zukunft alternativ eingesetzt werden können. Hierzu zählen neben Nahttechniken, bei denen der gastroösophageale Übergang durch Faltenbildung eingeengt wird, Injektions- und Implantationstechniken, bei denen Substanzen in die Muskelschicht bzw. unter die Schleimhaut des Übergangsbereiches plaziert werden. Als drittes Verfahren kommt die Radiofrequenzablation zum Einsatz, bei der durch punktuelle Energieapplikation Narben gesetzt werden, die ebenfalls den sauren Rückfluss verhindern sollen. Alle endoskopischen Verfahren sind noch relativ neu, so dass bisher keine Daten über Langzeitresultate vorliegen, weshalb diese Techniken nur in ausgewählten Zentren unter kontrollierten Studienbedingungen angeboten werden. 

Gesundheit
Kurz und Knapp

Stress - Auslöser von Migräne

Hat ein Jugendlicher mehrmals in der Woche Kopfschmerzen oder wacht deshalb nachts auf, dann hat dies in den meisten Fällen bestimmte Ursachen. Zurückzuführen ist dies oft auf Belastungen und Stress zwischen Familie und Schule. Am häufigsten treten...
 mehr...

Gesund im Herbst

Mit dem Herbst beginnt auch die Erkältungszeit. Hier einige einfache Tricks die helfen können, gesund durch diese Jahreszeit zu kommen.Wohn- und Arbeitsräume kurz, aber heftig durchlüften. Das sogenannte Stoßlüften sorgt für ein angenehmes...
 mehr...

Übertragungen des Fuchsbandwurms durch Haustiere

Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Zahl der Übertragungen des gefährlichen Fuchsbandwurms auf Menschen zunimmt. Halter von Hunden und Katzen mit Freilauf dürfen deshalb beim Entwurmen der Tiere, im eigenen Interesse, nicht nachlässig...
 mehr...

Grippeimpfung für Kinder empfehlenswert

Eltern lassen ihre Kinder noch immer viel zu selten gegen Grippe impfen. Besonders zwischen dem ersten und dem sechsten Lebensjahr sei eine Impfung gegen Influenza-Viren in vielen Fällen jedoch dringend zu empfehlen. Besonders bei Kindern im...
 mehr...

Internetnutzung gut für Gehirntraining

Forscher haben vor einiger Zeit in einer Untersuchung festgestellt, dass die Internetnutzung im Erwachsenenalter gut für das Gehirn sein soll. Besonders die Gehirnbereiche die für das logische Denken verantwortlich sind, werden besonders angeregt,...
 mehr...

Brille dem Laser bevorzugen

Augenexperten warnen davor, sich nur aus Schönheitsgründen die Sehkraft per Laser verstärken zu lassen. Eine gute Brille ist schwer durch anderes zu ersetzen. Oft kommt es bei den refraktiven Eingriffen zu Nebenwirkungen. In fünf bis zehn Prozent...
 mehr...

Folgen Sie uns auf Twitter!

Folgen Sie uns auf Facebook!

Gesundheit Aktuell-Jahrbuch 2014

Gesundheit aktuell Mobil-App

Gesundheit