Gesundheit
Pigmentflecken und Hautkrebs

Pigmentflecken und Hautkrebs

Die operative Entfernung von atypischen Pigmentmalen wird dermatochirurgisch durch Herausschneiden durchgeführt. Die nachfolgende feingewebliche Untersuchung ermöglicht es, den Krankheitswert des Pigmentmals festzustellen.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 22.000 Menschen an dem gefährlichsten Hautkrebs, dem Melanom. In der überwiegenden Zahl der Fälle entwickelt sich das Melanom auf dem Boden eines gutartigen Pigmentmals. In Mitteleuropa hat jeder Erwachsene durchschnittlich 20 Pigmentmale am Körper. Sie entwickeln sich bereits in der Kindheit aus den Pigmentzellen der Haut und können wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß werden. Übersteigt ihre Anzahl 50, ist das Melanomrisiko bereits um das 4 - 5 fache, ab 100 bereits auf das 8  - 10-fache erhöht.

Alle Pigmentmale entstehen aus einem kleinen hell- dunkelbraunen Fleck. Erhebt sich die pigmentierte Hautveränderung über das Hautniveau wird es tastbar. Man spricht von einem Pigmentknötchen, im Volksmund oft auch als Muttermal bezeichnet. Hat das Mal eine bläuliche Farbe kann sich dahinter ein harmloser blauer Nävus, ein venöses Blutgefäß oder auch ein Melanom verbergen.

Während der Pubertät kann sich um ein braunes Pigmentmal ein heller, nicht pigmentierender Hof entwickeln (Halo-Nävus). Beide Phänomene verschwinden in der Regel nach einigen Monaten von selbst.

Atypische (= dysplastische) Pigmentnävitreten etwa bei 5 - 10 % der Bevölkerung auf und zeichnen sich durch verschiedene Auffälligkeiten aus. Nimmt man sie gedanklich unter ein Fadenkreuz, sind folgende Veränderungen auffällig:

Ihr Aufbau in Farbe und Form ist nicht symmetrisch, die Begrenzung des Randes ist oft unscharf, die Farbverteilung ist nicht gleichförmig braun, sondern kann, hell- ,und dunkelbraune, sowie schwarzbraune Anteile enthalten. Ihr Durchmesser ist oft über 5 mm. Eine Abgrenzung zum Melanom ist aufgrund der Auflichtmikroskopie möglich. Hierbei wird mit einer mindestens 10-fachen Lupenvergrößerung das Pigmentmal in seinem inneren Aufbau wahrnehmbar.

Diese diagnostische Methode, die in der Regel nur von Hautärzten fachkundig durchgeführt werden kann, erlaubt gutartige von verdächtigen und verdächtige Pigmentmale von bösartigen Melanomen mit großer Wahrscheinlichkeit abzugrenzen. In ausgewählten Fällen kann durch zeitlichen Vergleich digitaler Bilder mitunter leichter die Entscheidung für oder gegen eine operative Maßnahme getroffen werden.

Nicht immer muss ein atypischer Pigmentnävus gleich operativ entfernt werden. Allerdings ist eine regelmäßige hautärztliche Kontrolle sowie eine Selbstkontrolle des Patienten unerlässlich, da jeder 200 - 500-ste atypische Pigmentnävus in ein Melanom übergehen kann. Familien, in denen atypische Pigmentnävi gehäuft vorkommen, sind besonders intensiv zu kontrollieren.

Die operative Entfernung von atypischen Pigmentmalen wird dermatochirurgisch durch Herausschneiden durchgeführt. Die nachfolgende feingewebliche Untersuchung ermöglicht es, den Krankheitswert des Pigmentmals festzustellen. Eine Entfernung mittels Laser ist nicht statthaft, da das Gewebe zerstört wird und nicht mehr histologisch aufgearbeitet werden kann. Unauffällige helle Pigmentflecke können hingegen mit Laser entfernt werden.

Der wirksamste Schutz vor dem Entstehen von Pigmentmalen sollte bereits in der frühen Kindheit beginnen. Es ist nachgewiesen, dass Sonnenbaden im Kindesalter das Entstehen von Pigmentmalen fördert. Lichtschutzmittel stellen keinen sicheren Schutz dar. Dies gilt auch für das Bestrahlen in Solarien.

Die Hautkrebsvorsorge-Untersuchung beim Hautarzt beinhaltet die vollständige Untersuchung der Haut. Sie klärt über das richtige Verhalten in der Sonne und den Umgang mit Lichtschutzmitteln auf. Eine Information über die Ursachen und die Erkennungsregeln von Hautkrebs hilft, auffällige Male zu erkennen und somit rechtzeitig hautärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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