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Implantate - Teil I

Implantate - Teil I

Aufbau, Funktionsweise, Implantatsysteme und Implantatmaterialien

 

Was sind Implantate ?

Unter Implantaten versteht man in der Zahnmedizin künstliche Zahnwurzeln. Sie werden operativ in den Kieferknochen eingepflanzt, um fehlende oder beschädigte Zähne zu ersetzen.

Das Implantat übernimmt die Funktion der Zahnwurzel: es verwächst mit dem Kieferknochen und auf ihm kann ein fester oder herausnehmbarer Zahnersatz befestigt werden. Der Körper nimmt das Implantat nicht als Fremdkörper wahr, sondern behandelt es wie die natürlichen Zahnwurzeln. Stößt man mit der Zunge gegen den implantatgetragenen Zahn, spürt man dies wie mit den eigenen Zähnen. Da der Kaudruck wie bei eigenen Zähnen wieder in den Kieferknochen hineingeleitet wird, kommt es nicht zu dem bei herausnehmbaren Zahnprothesen gefürchteten Knochenschwund.

Implantate sind in der modernen Zahnmedizin nicht mehr wegzudenken: "Zahnimplantate ermöglichen sowohl einen festen Halt über Jahre hinweg als auch eine perfekte Optik und können als beste Alternative für Zahnersatz bezeichnet werden.", erklärt Dr. Dr. Thomas Engelhardt, Chefarzt der Privaten Zahnklinik Königshof.

 

Implantatsysteme

Gegenwärtig existieren weltweit über einhundert verschiedene Implantatsysteme im Handel. Diese lassen sich in zwei Gruppen einteilen: bei einphasigen Implantatsystemen wird in einem Zug das Implantat und der prothetische Aufbau (Zahnersatz) eingesetzt. Bei dem zweiphasigen Implantatsystem wird zuerst das Implantat eingesetzt und erst nach einer Einheilzeit von drei bis sechs Monaten wird der endgültige Zahnersatz eingesetzt. In der Einheilzeit wird die Zahnlücke in der Regel mit einem Provisorium versorgt, um Belastungen beim Kauen von der Operationsstelle fernzuhalten und auch die Ästhetik nicht durch eine Zahnlücke zu beeinträchtigen.

Um der natürlichen Form der Zahnwurzel möglichst nahe zu kommen, haben sich als Grundformen für Implantate Schrauben und Zylinder weitgehend durchgesetzt. Diese werden aber oft modifiziert und kombiniert. Sie sind in verschiedenen Längen (6 – 20 mm) und Durchmessern (2,9 – 7mm) erhältlich. In Ausnahmefällen werden allerdings auch andere Formen, wie z.B. blattförmige Implantate eingesetzt.

 

Implantatmaterialien

Fast alle Implantate bestehen heute aus Titan, da es sehr gewebefreundlich (biokompatibel) ist und mit dem Knochen einen sicheren Verbund bildet (Osseointegration). Titan löst keine allergischen oder Fremdkörperreaktionen aus und wird vom Körper ideal angenommen. In letzter Zeit kommen auch wieder Keramikimplantate aus Zirkonium-Keramik zum Einsatz. Dieses Material kann bei ästhetischen Versorgungen von Vorteil sein. Bei der Anwendung gibt es durch den technischen Aufbau aber Einschränkungen.

Dr. Dr. Thomas Engelhardt: "Prinzipiell gibt es für jede Situation das ideale Implantatmaterial und die ideale Implantatform. Es wäre falsch jede auftretende Operationssituation mit dem gleichen Implantattypus lösen zu wollen."

 

 

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