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Hochsaison für Öfen und Kamine

Hochsaison für Öfen und Kamine

Bei schlechtem Wetter und in der kalten Jahreszeit treten wieder die Kachelofen, Kamine und Holzheizungen in Aktion. Sie liefern neben wohliger Strahlungswärme die benötigte Zusatzenergie für den gesamten Wärmebedarf des Hauses, und wer schätzt sie nicht, die gemütliche Runde, wenn im offenen Kamin ein flackerndes Feuer brennt.

Doch wehe, wenn das Feuer den Kamin verlässt und sich an brennenden Gegenständen vergreift. Unachtsamkeit und mangelnde Vorsicht sind die Ursachen der meisten Brände sowie Rauchvergiftungen, Verbrennungen und Verbrühungen. In jedem Haushalt gibt es zahlreiche Brandquellen, denn überall dort, wo ein brennbarer Stoff und eine Zündquelle zusammen kommen, kann ein Brand oder deren Verletzungen entstehen. Holz-, Kohle- und Ölöfen, insbesondere auch offene Kamine sind gerade in der kalten Jahreszeit eine ständige Gefahrenquelle. 

Doch egal ob Brennofen oder offener Kamin - Kinder haben in der Nähe von Feuerstellen nichts zu suchen und doch werden sie von der Faszination des Feuers regelrecht angezogen. Behalten Sie deshalb Ihr Kind, entsprechend seinem Alter, im Auge und entschärfen Sie Gefahrenquelle. Bei offenen Kaminen kann die von harzreichen Holzscheiten abspritzende Glut und herausfallende Funken bis zu einem Meter weit entfernt vom Kamin auf den Fußboden fallen. Ein ausreichend tiefes Vorgelege und evtl. ein Glasschirm können hier vor einem Brand oder Verletzungen schützen. Die Aschereste dürfen ausschließlich in nichtbrennbaren Behältern und außerhalb von Räumen aufbewart werden und ebenso sollte unbedingt auf eine brandsichere Umgebung geachtet werden. Das bedeutet keine leicht entzündbaren Gegenstände in der Nähe des Ofens platzieren und niemals eine "Holzkiste" vor der Türöffnung abstellen. Versehentlich heraufallende Glut kann auch hier großen Schaden anrichten. Auch die Türchen von Kamin- und Kachelofen kann man leicht mit einem Gitter oder Blech sichern, damit kein Kind beim Spielen dagegen fällt. Zu achten ist auch auf rutschsichere Bodenbeläge in der Nähe des Ofens.

Verbrennungen und Verbrühungen sind eine häufige Unfallursache bei Kindern im Heim- und Freizeitbereich, darunter viele während der Winter- oder Adventszeit. Pro Jahr verbrennen und verbrühen sich in Deutschland ca. 7.000 Kinder so schwer, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen oder sie sogar lebenslang Narben davontragen. Verbrennungen entstehen durch offene Flammen wie Kerzen, Feuerzeuge, Kohleöfen oder offenen Kamine, Berührung mit heißen Gegenständen bis hin zu heißen Flüssigkeiten. Kleidung aus leicht entflammbaren Kunstfasern vergrößern hierbei die Gefahr. Baumwolle und Wolle sind hingegen nur schwer entflammbare Materialien. Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum Ernstfall kommen, so löschen Sie die Flammen oder brennende Kleidung mit Decken, durch Wälzen am Boden oder mit Wasser. Bevor verbrannte Körperregionen mindestens 20 Minuten lang mit etwa 20° C kühlem Wasser gekühlt werden können, sollte die Kleidung entfernt werden. Doch Vorsicht, eingebrannte Kleidung niemals mit Gewalt entfernen. Sogenannte Hausmittel, z.B. das Auftragen von Mehl oder Zahnpasta sind nicht nur falsch, sondern auch extrem schädlich und einen Notarzt zu kontaktieren ist bei Verbrennungen immer notwendig.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr des entstehenden Unterdruckes bei Nutzung der Feuerstätten in Räumen und Wohnungen aus denen Luft mit Hilfe von Ventilatoren, Lüftungsanlagen oder Dunstabzugshauben abgesaugt wird. Durch den Kamin kann der Druckausgleich erfolgen und die Abgase somit in das Haus gesaugt werden. Rauchgasvergiftungen können die Folge sein. Elegante Lösungen bieten hierfür spezielle Sicherheitseinrichtungen oder ein raumluftunabhängiger Kamin. 

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