Gesundheit
Glukosemessung hilft bei Diabetes-Management

Glukosemessung hilft bei Diabetes-Management

Die Zahl der Diabetiker wächst weltweit jährlich im zweistelligen Millionenbereich. Dieser rasante Anstieg geht einher mit der Notwendigkeit, Diabetiker optimal und möglichst differenziert zu behandeln.

Voraussetzung dazu ist immer die genaue und detaillierte Kenntnis des Zuckerverlaufs.

Eine gesunde Bauchspeicheldrüse gibt kontinuierlich Insulin ab und kontrolliert exakt den Blutzuckerspiegel, um die Insulinmenge dem Bedarf anzupassen. Bei Diabetikern produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder nur wenig Insulin. Diese Menge ist nicht ausreichend, um für eine "normale" Stoffwechsellage zu sorgen. Typ 1-Diabetiker müssen ihren Blutzuckerspiegel messen und eine daraus errechnete Menge an Insulin spritzen. Doch das Insulin kann über- oder unterdosiert werden und es stellt sich eine Unter- (Hypoglykämie) bzw. Überzuckerung (Hyperglykämie) ein. Derartige Phasen sind gesundheitsschädlich und können zu Komplikationen führen.

Seit einiger Zeit gibt es ein System auf dem Markt, mit dem eine kontinuierliche Glukoseaufzeichnung möglich ist, welche über mehrere Tage eine 24-Stunden-Blutzuckerprofile erstellen kann. Mit dem System können bisher unentdeckte Hypo- und Hyperglykämien diagnostiziert und die Therapie optimiert werden.

Diabetes-Patienten gelingt es oft nicht, bedeutsame Glukoseabweichungen – insbesondere auch in der Nacht – selbst zu entdecken. Und auch gute HbA1c-Werte spiegeln nicht immer eine gute Stoffwechseleinstellung wider: Ein niedriger, scheinbar guter Wert kann durch häufige Hypoglykämien erzielt sein. Die Aufzeichnung erfolgt kontinuierlich während eines normalen Tagesablaufes (einschließlich der Mahlzeiten), bei sportlichen Aktivitäten, bei der Arbeit und beim Schlafen. Dadurch erhält der Betroffene ein optimales Glukoseprofil, versteckte Glukosemuster sowie Abweichungen können erkannt werden. Dies ist somit eine wichtige Ergänzung zu Blutzuckerselbstkontrolle und HbA1c. Die umfassend ermittelten Daten helfen, die Diabetes-Behandlung individuell anzupassen.

Wie erfolgt die Messung?

Beim Hausarzt erhalten Sie ein Leihgerät und der Glukose-Sensor wird in das Unterhautfettgewebe insertiert, normalerweise im Bauchbereich. Eine Insertionshilfe erleichtert die Insertion, macht diese praktisch schmerzlos und gewährleistet zudem die beste Positionierung des Sensors. Pro Tag werden 288 Glukosemessungen durchgeführt. Der Monitor wird wie ein Mobiltelefon am Gürtel oder in einer Tasche getragen. Um das System zu kalibrieren, gibt der Patient viermal am Tag die durch Blutzuckerselbstkontrolle ermittelten Werte in den Monitor ein. Mahlzeiten, Insulindosen und sportliche Aktivitäten werden als besondere Ereignisse eingegeben, um die Kurvenanalyse zu erleichtern. Zudem wird das Führen eines separaten Tagebuches während des Messzeitraumes empfohlen. Nach spätestens drei Tagen wird der Sensor beim Hausarzt entfernt und die Daten werden vom Monitor auf den Computer übertragen. Dort werden die Daten in Diagramme, Kurven und Tabellen umgewandelt, um das Glukoseprofil des Patienten zu analysieren. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse sollte vorher geklärt werden. Viele private Krankenkassen übernehmen in der Regel zusätzlich die Kosten für die ärztliche Leistung.

Sollten Sie noch weitere Fragen haben, so wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens.

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