Gesundheit
Frühgeborenen Retinopathie

Frühgeborenen Retinopathie

Es handelt sich bei der Frühgeborenen-Retinopathie um eine Erkrankung der Netzhaut, die zu früh geborenen Kindern entstehen kann, wenn sie mit Sauerstoff beatmet werden müssen. Frühe Formen kann man therapieren, um somit schwere Folgeschäden mit deutlichem Sehverlust zu verhindern. Bei ca. 5-30 % der Frühgeborenen entwickelt sich eine Retinopathie. Wiederum ca. 5-10% dieser Kinder erblinden an den Folgen.

 

Für die Netzhautgefäße, welche normalerweise etwa ab der 16. Schwangerschaftswoche bis hin zum Geburtstermin in die Netzhaut einwachsen, kommt es außerhalb der Gebärmutter zu einem Mißverhältnis in der Sauerstoffversorgung, so daß die Gefäße einen krankhaften Wachstumsverlauf nehmen können. Dies kann zu schweren Veränderungen am Auge des Frühgeborenen bis hin zur Erblindung führen. Gefährdet sind vor allem sehr unreife Babies, also Kinder die vor der 32. Schwangerschaftswoche, mit einem Geburtsgewicht von unter 1500g, zusätzlicher Sauerstoffgabe oder zusätzlichen anderen Erkrankungen geboren werden.

 

Viele Babies durchlaufen in den 8-16 Wochen bis zu ihrem errechneten Geburtstermin nur ein leichtes Stadium der Erkrankung, lediglich ein kleiner Teil dieser Kinder bedarf einer operativen Behandlung. Sie werden durch ein regelmäßiges Screening (vorsorgliche Untersuchung der Netzhaut in begründeten Fällen) herausgefiltert. Das Problem ist, dass vom Patienten keine Symptome wahrgenommen oder beschrieben werden können, da es sich um Neugeborene handelt. Umso entscheidender ist eine regelmässige augenärztliche Kontrolle solcher gefährdeter Frühgeborener.

 

Der Augenarzt untersucht das gesamte Auge bei medikamentös erweiterter Pupille. Das Auge wird mittels eines feinen Lidsperrers offen gehalten. Mit einem speziellen Untersuchungshäkchen kann der Arzt das Auge so bewegen, daß er einen kompletten Einblick auf die Netzhaut hat. Die erste Untersuchung erfolgt in der 6. Lebenswoche. Dann entscheidet der Augenarzt je nach Befund über weitere Kontrollen, die ggf. alle ein bis zwei Wochen in der Zeit bis zum errechneten Geburtstermin wiederholt werden.

 

Da bei Erreichen eines therapiebedürftigen Stadiums der Erkrankung mit einem ungünstigen Ausgang (d.h. funktioneller Erblindung) zu rechnen ist, kann mit einer Kälte- oder Laserbehandlung die Prognose gebessert werden.

 

Bei Frühgeborenen treten anatomische und funktionelle Probleme (Brillenkorrektur, Schielen, Schwachsichtigkeit, Netzhautveränderungen) häufiger auf als bei reif geborenen Kindern. Daher sollten bei frühgeborenen Kindern in den ersten Lebensjahren regelmäßige augenärztliche Kontrollen erfolgen.

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