Gesundheit
Die Kinesio-Taping-Therapie in der Orthopädie

Die Kinesio-Taping-Therapie in der Orthopädie

Rückenschmerzen" ist eine der am häufigsten auftretenden Gesellschaftskrankheiten unserer Zeit. Sei es durch einseitige Bewegungsabläufe im Beruf, Bewegungsmangel oder übertriebenen Ehrgeiz im Freizeitsport. Gepaart mit mangelnder Rückenmuskulatur, statischen Fehlstellungen und Bandscheibenproblemen ist diese Volkskrankheit in den meisten Fällen chronischer Begleiter der betroffenen Menschen geworden.

Seitdem die Jogging- und Marathoneuphorie den Freizeitsportler in Massen bewegt, kommen vermehrt Knie- und Hüftproblematiken hinzu. Bei der Behandlung dieser traumatologischen, orthopädischen Symptomatiken setzen das Rehabilitationszentrum Orthomed und das Klinikum Dortmund die Kinesio-Taping-Therapie mit großem Erfolg ein.

In allen genannten Fällen kommt es zu einer Einhärtung und Verkürzung der Muskulatur. Bewegungsmaße werden eingeschränkt und die Folge sind starke Schmerzen. In vielen Fällen kommt eine radikuläre Symptomatik (ausstrahlende Schmerzen) bzw. Taubheitsgefühle hinzu, wenn Nerven irritiert werden.

Medikamentöse Behandlungen lindern zwar den meist plötzlich auftretenden Schmerz, beheben allerdings nicht die Ursache. Die hierfür notwendige Physiotherapie ist in der Regel zu diesem Zeitpunkt noch nicht durchführbar, physikalische Therapie nur bedingt.

Der Einsatz der Kinesio-Taping-Therapie ändert diese bekannten Abläufe dahingehend, dass dem Patienten die Schmerzen deutlich gelindert, die Bewegungseinschränkungen reduziert werden und die notwendige Physiotherapie zu einem deutlich früheren Zeitpunkt begonnen werden kann.

Das Beispiel zeigt eine junge Patientin, deren Reizzustand der Lendenwirbelsäule auf einen Hypertonus der Muskulatur (erhöhter Spannungszustand) zurückzuführen ist und seinen Ursprung in der übermäßigen Beanspruchung im Tanzsport findet.

Nach eingehender Untersuchung durch den Arzt und Kinesio-Therapeuten wird eine Kombination aus Muskel- und Korrekturtape (Spacetape) angelegt, um im intervertebralen Bereich mehr "Raum" zu schaffen und die Spannung der Muskulatur zu senken. Die Kontrolle der Kinesio-Tapeanlage und Überprüfung der neu eingestellten statischen Stellung werden vom Arzt und Therapeuten gemeinsam durchgeführt. Die Patientin verspürt direkt nach dem Anlegen des Kinesio-Tapes eine Schmerzminderung und Verbesserung der Bewegungsfreiheit. Die korrigierte Haltung sowie die Entspannung der Muskulatur ermöglichen eine frühe Physiotherapie und somit eine verkürzte Rehabilitationszeit.

Die in der Orthopädie immer häufiger auftretenden Behandlungen von Gelenkpro-blematiken, speziell Kniegelenk, können ebenfalls mit der Kinesio-Taping-Therapie erfolgreich unterstützt werden. Arthrose, postoperative Beschwerden, Endoprothetik und Fehlstellungen der Patella (Kniescheibe) sind die häufigsten Ursachen. Letztgenanntes sorgt in vielen Fällen zu einer Reizung des Kniegelenks.

Zur Korrektur der Patellalage wird eine Kombination aus Korrektur- und Ligamenttape angelegt, wodurch sich eine Reizminderung und Entlastung retropatellar einstellt. Die Ligamentanlage der Seitenbänder sorgt für eine Verbesserung der Gelenkstabilität. Auch hier erfolgt eine genaue Überprüfung der einzelnen Tapeanlagen mit einhergehenden Funktionstests. Die Kinesio-Taping-Therapie unterstützt und ergänzt vorhandene Behandlungsmethoden und bietet neue Therapiemöglichkeiten.

Sowohl bei orthopädischen Symptomatiken als auch bei vielen andersartigen Beschwerden wie z. B. Miktionsstörungen (Funktionsstörung der Blase) oder Menstruationsbeschwerden. Hierbei können die krampfartigen Schmerzen des Unterleibes über ein Ligamenttape gelindert werden.

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