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Die atopische Dermatitis

Die atopische Dermatitis

Ein Fallbericht aus unserer Praxis

In der letzten Ausgabe von Gesundheit aktuell haben wir Ihnen das Krankheitsbild der atopischen Dermatitis, einer Sonderform der Allergie vorgestellt. In dieser Ausgabe möchten wir Ihnen dieses Krankheitsbild mit seinen Symptomen und Begleiterkrankungen anhand eines Fallberichts aus unserer Praxis näher bringen.

Ende Dezember 1999 wurde uns ein männlicher, unkastrierter, 9 Monate alter Boxer namens Donatus vorgestellt. Er litt unter juckenden Hautveränderungen, die durch einen vorbehandelnden Kollegen mittels eines Allergietests als allergische Hauterkrankung spezifiziert werden konnte. In unserer Praxis wurde daraufhin, nach Aufklärung des Besitzers, in Zusammenarbeit mit einem veterinärmedizinischen Speziallabor eine Hyposensibilisierung, also eine langsame "Gewöhnung" des Immunsystems an das auslösende Allergen, durch wiederholte Injektion kleinster Mengen des Allergens, eingeleitet.

Die erste Injektion der Hyposensibilisierung wurde Mitte Januar 2000 in unserer Praxis durchgeführt, um bei einer möglichen akuten allergischen Reaktion sofort intervenieren zu können. Da die erste Injektion von Donatus gut vertragen wurde, erfolgten die weiteren Injektionen durch den Besitzer zu Hause. Die Hyposensibilisierung zeigte nach mehreren Monaten zwar eine deutliche Besserung der Symptomatik, der Juckreiz verschwand jedoch nicht zur Gänze.

Leider musste die Hyposensibilisierung im Oktober 2000 aufgrund eines Tumors an der linken Flanke unterbrochen werden. Der Tumor konnte von uns operativ völlig entfernt werden und ließ sich histopathologisch als Hämangiosarkom, also als bösartiger Tumor des Blutgefäßsystems, identifizieren.

Im November 2000 traten erneut Hautprobleme an den Pfoten und am Bauch mit massivem Juckreiz auf, die jedoch zunächst mittels einer lokalen Behandlung mit Kortison und Antihistaminika beherrschbar waren. Parallel wurde die Ernährung von Donatus auf eine alleinige Fütterung einer hypoallergenen Diät umgestellt.

Eine erneute Vorstellung erfolgte im Mai 2002, wieder mit Ekzemen an Pfoten und Bauch mit starkem Juckreiz. Dieses Mal war jedoch auch der zweite Hund des Besitzers betroffen. Es handelte sich hierbei ebenfalls um einen Boxer, allerdings eine unkastrierte Hündin im Alter von knapp zwei Jahren, namens Ghana. Eine durchgeführte Pilzkur bei beiden Hunden wies einen positiven Befund auf Microsporum canis auf. Gleichzeitig führten wir eine Untersuchung auf Milben aus, die jedoch ein negatives Ergebnis erbrachte, ebenso wie eine Kontrolle der Schilddrüsenwerte, die ebenfalls kein pathologisches Ergebnis erbrachte.

Die Behandlung des Hautpilzes erfolgte durch Waschungen beider Hunde mit einem fungiziden Medikament. Daraufhin reduzierten sich die Hautprobleme auf ein Minimum, manifestierten sich jedoch im März 2003 sowohl bei Ghana als auch bei Donatus wieder in Form eines Hautpilzes. Erneut führte der Besitzer gemäß unserer Anweisung mehrere fungizide Waschungen durch.

Da auch nach der Beseitigung des Hautpilzes ein für Ghana und Don unerträglicher Juckreiz mit entsprechenden sekundären Läsionen durch Kratzen und Nagen zurückblieb, entschlossen wir uns zu einer systemischen Behandlung mit Kortison in einer möglichst geringen Dosierung, durch die eine annähernd befriedigende Situation für unsere Patienten und deren Besitzer geschaffen werden konnte. Allerdings stellten sich auf Grund dieser Therapie immer wieder Infektionen der Haut ein, die antibiotisch behandelt werden mussten.

 

© Christian Bank (Tierarzt) Kleintierpraxis Dr. Lewitschek

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