Gesundheit
Diagnose Magenkrebs (Magenkarzinom)

Diagnose Magenkrebs (Magenkarzinom)

Ein Magenkrebs geht in fast 95 Prozent der Fälle von Drüsenzellen aus (man spricht vom Adenokarzinom). Bei der mikroskopischen Untersuchung des entnommenen Gewebes kann der Pathologe die biologischen Eigenschaften des Tumors genauer bestimmen und Hinweise auf die Bösartigkeit des Tumors gewinnen.

Es wird zwischen drei Typen von Magenkarzinomen unterschieden, dem so genannten Intestinaltyp, der zunächst klar begrenzt wächst, dem diffusen Typ, der bösartiger ist und rasch das umgebende Gewebe durchsetzt und einem Mischtyp.

Wie bei vielen anderen Krebsarten gibt es keine typischen Frühsymptome: Das Magenkarzinom wächst lange Zeit, ohne charakteristische Krankheitserscheinungen, die sofort den Verdacht auf einen Tumor wecken würden. Verdächtig ist ein "empfindlicher Magen" mit ausgeprägten Abneigungen gegen verschiedene Speisen oder neu aufgetretenen Unverträglichkeiten. Druck- und Völlegefühl, Übelkeit, Aufstoßen, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Schmerzen können Anzeichen eines Magenkrebses sein. Magenbeschwerden, die sich trotz medikamentöser Therapie nach längstens drei Wochen nicht bessern, müssen weiter abgeklärt werden.

Die sichere Erkennung von frühen Krebsstadien ist nur durch eine Magenspiegelung mit dem Endoskop (Gastroskopie) möglich. Dabei werden Gewebeproben aus dem verdächtigen Areal entnommen (Biopsie) und mikroskopisch untersucht.

Beim Magenkrebs hängen die Heilungschancen wesentlich davon ab, ob das Tumorgewebe bei einer Operation wirklich vollständig entfernt werden kann. Die Behandlungsergebnisse sind am besten, wenn das Karzinom noch klein und vor allem noch nicht in die Muskelschichten der Magenwand eingewachsen ist. Wenn feststeht, dass es sich um ein Karzinom handelt, sind weitere Untersuchungen erforderlich, die Hinweise auf die Ausdehnung der Krankheit geben: Wichtig ist hierbei unter anderem die Tiefenausdehnung des Tumors, das heißt welche Wandschichten des Magens das Krebsgewebe bereits durchdrungen hat.

Bei der endoskopischen Ultraschalluntersuchung wird ein Schallkopf direkt in den Magen vorgeschoben. Dadurch können Magenwand und benachbarte Lymphknoten beurteilt werden. Informationen über einen Krebsbefall der lokalen und entfernten Lymphknoten sind wichtig, weil die Entscheidung über die geeignete Therapie wesentlich von der Ausbreitung des Karzinoms auf Lymphknoten und entferntere Organe (Metastasierung) abhängt.

Die Operation ist beim Magenkarzinom die wichtigste und entscheidende Behandlungsmaßnahme. Je nach Tumorausdehnung und -lokalisation kann die komplette Entfernung des Magens nötig werden. Zusätzlich kommen Chemotherapie und in manchen Situationen auch Bestrahlung zur Anwendung. Mit zellwachstumshemmenden Medikamenten, den Zytostatika, alleine kann ein Magenkarzinom zwar nicht geheilt werden. Dennoch hat die Chemotherapie einen wichtigen Platz in der Behandlung ausgedehnter Tumoren. Es gibt eine Reihe von wirksamen Medikamenten, die oft in Kombinationen eingesetzt werden. In den letzten Jahren kamen neue wirksame Substanzen hinzu, die in klinischen Studien geprüft werden.

Das Überleben betroffener Patienten hängt entscheidend vom Ausmaß der Tumorerkrankung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ab, das heißt die Prognose ist umso günstiger, je früher das Karzinom entdeckt wurde. Daraus folgt, dass unklare Magenbeschwerden, die trotz medikamentöser Therapie andauern, frühzeitig weiter abgeklärt werden müssen, ebenso sollten sich Patienten mit Risikoerkrankungen für die Entstehung eines Magenkarzinoms regelmäßigen ärtzlichen Kontrollen unterziehen.

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