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Diabetische Ketoazidose

Diabetische Ketoazidose

Jährlich erleiden bis zu acht Prozent der insulinpflichtigen Typ-1-Diabetiker eine Stoffwechselentgleisung. Unter diabetischer Ketoazidose versteht man eine akute Übersäuerung des Körpers, welche durch einen Mangel des Hormons Insulin ausgelöst wird.

Bei einem Insulinmangel können die Zellen den Zucker nur unzureichend aufnehmen und er sammelt sich im Blut an. Die Folge sind stark erhöhte Blutzuckerwerte. Die Hauptfunktion des Insulins ist neben der Senkung und Regulierung des Blutzuckers auch Verbrennung von Fettstoffen im Körper. Um den Zellen trotzdem Energie zur Verfügung zu stellen, sammeln sich Abfallprodukte, sogenannte Ketonkörper, im Blut und führen zu einer Übersäuerung des Organismus. Dadurch entgleist der gesamte Stoffwechsel. Sowohl der Blutzucker als auch Abfallprodukte der Fettverbrennung werden im Urin ausgeschieden und und entziehen somit dem Körper große Mengen Wasser und Salze. Er trocknet aus.

Die Folgen können Herz-Kreislauf-Probleme, Blutdruckabfall und Bewusstseinsstörungen, bis hin zum Koma sein. Durch tiefe Atmung (Kussmaul’sche Atmung) versucht der Körper der Übersäuerung entgegenzuwirken. Ausgelöst werden kann ein Insulinmangel durch falsche Behandlung des Diabetes, Unterbrechung der Insulinzufuhr, bislang unerkannter Diabetes mellitus und erhöhter Insulinbedarf bei Infektionen, Operationen oder Erkrankungen.

Die Warnzeichen einer beginnenden Ketoazidose sind neben dem Azetongeruch in der Atemluft, Bauchschmerzen mit Übelkeit und Bewusstseinsveränderungen hauptsächlich aber an den Symptomen von Durst, häufiges Wasserlassen, Müdig- und Appetitlosigkeit und hektische Atmung zu erkennen. Häufig tritt eine diabetische Ketoazidose in Verbindung mit anderen Krankheiten, meist Infektionskrankheiten, auf.

Je zügiger die Behandlung der diabetischen Ketoazidose beginnt, umso größer sind die Chancen, dass Sie die Stoffwechselentgleisung ohne bleibende Folgen überstehen. Grundsätzlich muss eine diabetische Ketoazidose im Krankenhaus behandelt werden.

Die Behandlung umfasst:

  • Insulingabe: Der Patient bekommt Insulin direkt in das Venensystem. Ziel ist es, die Blutzuckerwerte zu senken, die Energiegewinnung zu mobilisieren und die Übersäuerung des Blutes zu verringern.
  • Flüssigkeit: Über Infusionen bekommt der Patient Flüssigkeit, um der Austrocknung des Körpers entgegenzuwirken.
  • Salz: Der Salzverlust wird durch Infusionen ausgeglichen, die Natrium- und Kaliumsalze enthalten.
  • Antibiotika: Bestehende Infekte werden - wenn möglich - mit Antibiotika behandelt.

Um das Risiko einer Stoffwechselentgleisung möglichst gering zu halten, sollten die Betroffenen bei anhaltenden Blutzuckerwerten über 300 mg/dl oder bei ersten Warnzeichen einer Übersäuerung den Ketongehalt im Urin überprüfen. Am wichtigsten ist es, der Entstehung einer diabetischen Ketoazidose vorzubeugen. Ein korrekt eingestellter Blutzucker reduziert das Risiko einer Entstehung der diabetischen Ketoazidose. Durch regelmäßiges messen des Blutzuckers können Sie sehr schnell feststellen, ob Ihre Blutzuckerwerte steigen. Bei akuten Erkrankungen und besonders bei infektiösen Krankheiten, die mit Fieber verbunden sind, erhöht sich der Insulinbedarf. Der Grund für die Ketoazidose ist ein Insulinmangel und kann deshalb auch nur mit Insulin behandelt werden.

Besprechen Sie sich mit Ihrem Arzt, damit Sie im Ernstfall richtig reagieren können. Jeder Insulin spritzende Diabetiker sollte in der Lage sein, Ketonkörper selbst zu messen.

Erkennt der Patient die Symptome rechtzeitig, läßt sich die diabetische Ketoazidose im Laufe von einigen Tagen behandeln. Probleme entstehen nach der Behandlung nur selten. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt ist die diabetische Ketoazidose hingegen lebensgefährlich.

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