Gesundheit
Borreliose bei Hunden

Borreliose bei Hunden

Durch Zecken auf den Menschen übertragene Krankheiten, wie Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) oder (Lyme-) Borreliose, sind momentan in aller Munde.

Vielen Tierhaltern ist jedoch nicht bewusst, dass speziell die Borreliose bei Hunden ein zunehmendes Problem darstellt.

Das Krankheitsbild der Borreliose wird durch Schraubenbakterien (Borrelia burgdorferi, B. afzalii und B. garinii) hervorgerufen, die in Deutschland fast ausschließlich durch Bisse der Schildzecke (Ixodes ricinus) übertragen werden.

 

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland zwischen 10 und 35% der Zecken Borrelien-Überträger.

Allein diese Zahlen machen schon deutlich, wie groß die Infektionsgefahr für unsere Hunde ist. Was die Situation noch alarmierender erscheinen lässt, ist die Tatsache, dass viele Hunde in der Zeit von März bis Oktober regelmäßig Zeckenbisse aufweisen.

 

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Borreliose vergehen beim Hund meist mehrere Wochen bis Monate.

Im Gegensatz zum Menschen findet sich beim Hund nur selten die so genannte „Wanderröte“ (Erythema migrans), eine Rötung der Haut um den Zeckenbiss herum, die Tage bis Wochen nach dem Biss als Warnsignal einer Infektion auftreten kann.

 

Die Symptome einer Borreliose reichen beim Hund von unerklärlichem Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Fieber bis hin zu Nierenentzündungen. Meist stehen jedoch Lahmheiten mit schmerzhafter Muskulatur und/oder schmerzhaften, eventuell auch geschwollenen Gelenken im Vordergrund.

 

Diagnostiziert wird die Borreliose entweder durch den Nachweis von Antikörpern im Blut oder aber durch die gezielte Anzucht der Borrelien aus Haut-, Rückenmarksflüssigkeits- oder Gelenkproben. Im Verdachtsfall kann in spezialisierten Labors der Nachweis auch direkt aus Zecken erfolgen.

 

Ist erst einmal eine Infektion sicher diagnostiziert, erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika über mindestens 2 – 4 Wochen. Eine Kontrolle des Therapieerfolgs ist sinnvoll.

 

Ebenso wichtig wie die Behandlung ist die Verhinderung von Infektionen:

 

     

  • Zum einen stehen so genannte Spot-on-Präparate (Ampullen, deren Inhalt in den Nacken geträufelt wird) zur Verfügung, die dafür sorgen dass sich deutlich weniger Zecken festbeißen, bzw. nach kurzem Saugakt absterben. Aus eigener Erfahrung sind hierbei zwei Wirkstoffe besonders wirksam: Permethrin und Fipronil.

     

  • Unerlässlich ist zudem, den Hund täglich nach Zecken abzusuchen und diese vorsichtig zu entfernen. Hierbei sollte es vermieden werden den Hinterleib der Zecke zu quetschen, da eventuell vorhandene Borrelien in die Wunde gedrückt werden. Stattdessen versucht man den Kopf der Zecke möglichst direkt oberhalb der Hautoberfläche mit einer Pinzette zu greifen und herauszuziehen. Das frühzeitige Entfernen der Zecke ist von großer Bedeutung, da die Übertragung der Borreliose meist erst 12 – 24 Stunden nach Beginn des Saugaktes stattfindet.

     

  • Zudem steht für Hunde ein Impfstoff gegen B. burgdorferi zur Verfügung. Ob dieser auch einen Schutz gegen die Infektion der zwei anderen Borrelien-Typen (B. afzalii und B. garinii) bietet, wird derzeit vom Impfstoff-Hersteller geprüft.

Auf jeden Fall sollte zusätzlich eine Zeckenprophylaxe erfolgen, da neben der Borreliose weitere schwere Erkrankungen durch Zecken übertragen werden können (z.B. FSME, Ehrlichiose und Babesiose)!

Sollten Sie noch weitere Fragen bezüglich der Borreliose oder anderen, von Zecken übertragenen Krankheiten haben, berät Sie Ihr Tierarzt gerne.

 

© Christian Bank (Tierarzt)

Kleintierpraxis Dr. Lewitschek

 

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