Gesundheit
Asthma und Beruf

Asthma und Beruf

Heutzutage sind immer häufiger einzelne Berufsgruppen für den Auslöser einer asthmatischen Erkrankung verantwortlich zu machen. Das Risiko, an einem berufsbedingten Asthma zu erkranken, ist nicht bei allen Berufsgruppen gleich hoch. Eine der wohl verbreitetsten Berufskrankheiten ist das Bäcker-Asthma. Bäcker reagieren nach jahrelangem Kontakt allergisch auf Mehlstäube und entwickeln Asthma, das nicht selten bis zur Berufsunfähigkeit führen kann. Auch Friseure, Schweißer, Lackierer, Chemiearbeiter, Reinigungskräfte und Feuerwehrleute gehören zu den asthma-prädestinierten Berufsgruppen. Das Arbeiten mit chemischen Produkten bergen oftmals die Gefahr an Allergien zu erkranken. Selbst Berufe mit starker körperlicher Belastung, starken Temperaturschwankungen und sehr hoher oder extrem niedriger Luftfeuchtigkeit sind für Asthmatiker generell ungeeignet.

Auch wenn der Beruf Spaß macht, in einigen Fällen kann er jedoch auch krank machen. Das berufsbedingte Asthma ist weit verbreitet, wird aber oft nicht erkannt. Laut Schätzungen entwickeln fünf bis zehn Prozent der erwachsenen Asthmatiker ihre Erkrankung aufgrund von Stoffen am Arbeitsplatz, die reizen oder auf die sie empfindlich reagieren. Mehr als 400 Stoffe sind als Auslöser von Berufsasthma bekannt.

Die Wahl eines geeigneten Berufs ist deshalb besonders für allergie- und asthmakranke Jugendliche von großer Bedeutung. Bei falscher Berufswahl müssen zum Teil gravierende Folgen in Kauf genommen werden. Hierzu zählen die Zunahme von Beschwerden, die Ergänzung oder Dosiserhöhung von Medikamenten über eventuelle gesundheitliche Schäden, die von Ausmaß und Dauer einer Allergenbelastung der Schleimhaut abhängig ist bis hin zum erforderlichen Berufswechsel. Die notwendige Umschulung geht mit großen psychischen, zeitlichen und wirtschaftlichen Belastungen einher.

Jeder zehnte junge Asthmatiker muss bei der Berufswahl auf seine Gesundheit Rücksicht nehmen. Grundsätzlich gilt zwar: Je besser ein Jugendlicher seine Krankheit im Griff hat, desto weniger wird das Asthma seinen Arbeitsalltag beeinträchtigen. Gut geeignet für Asthmatiker sind in der Regel Berufe im Behördendienst oder Verwaltungsbereich, ebenso im kaufmännischen Bereich wie Industrie- oder Einzelhandelskaufmann, Berufe in der Datenverarbeitung wie EDV-Kaufmann oder Programmierer, journalistische und medientechnische Berufe im Innendienst über Berufe im pädagogischen und sozialen Bereich bis hin zu handwerkliche Berufe an emissionsarmen Arbeitsplätzen wie Feinmechaniker oder Optiker.

Um die gesundheitliche und handwerkliche Eignung eines Asthmatikers abzuklären, können Heranwachsende an einer Arbeitserprobung in verschiedenen Formen in einem oder mehreren Berufen teilnehmen. Hierzu zählen das Praktikum, ein Grundausbildungslehrgang, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Förderungslehrgang, Berufsvorbereitungsjahr sowie das Berufsgrundbildungsjahr.

Informationen über gesundheitliche Anforderungen und besondere Belastungen des Wunschberufes sind demnach für einen jungen Asthamtiker unerlässlich. Informationen hierzu bieten die Bundesagentur für Arbeit, Berufsgenossenschaften, Arbeiterverbände, Berufsverbände, Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Landwirtschaftskammer und Innungen an.

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