Gesundheit

Asthma bronchiale und Sport

Sport und Bronchialasthma schließen sich nicht aus. Grundsätzlich gilt, dass eine regelmäßige sportliche Aktivität nicht nur dem Gesunden zu empfehlen ist, sondern insbesondere allen Menschen, die unter Asthma bronchiale leiden.

Der Sport ist eine wichtige nichtmedikamentöse Therapieform des Asthma bronchiale - unabhängig vom Alter. Ziel des Sports beim Asthma ist die positive Beeinflussung anstrengungsabhängiger Asthmabeschwerden, die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit trotz eventueller chronischer Einschränkung der Atemfunktion und die Verbesserung der Lebensqualität, die Verminderung der Infektanfälligkeit durch Verbesserung der Immunabwehr.

Bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale hat körperliches Training noch eine weitere Bedeutung: Förderung der Koordinationsfähigkeit Aufholen von krankheitsbedingten Entwicklungsrückständen, Entwicklung der Gleichgewichtsfähigkeit, der Koppelungs-und Orientierungsfähigkeit.

Durch die heutige medikamentöse Behandlung gelingt es schon in den meisten Fällen, die asthmatischen Beschwerden gut unter Kontrolle zu halten und die Atemfunktion weitgehend zu normalisieren. Asthmatherapie mit Sport erfordert jedoch die Eigeninitiative der Betroffenen und wird deshalb auch häufig in seiner Bedeutung unterschätzt. Es gibt "fast" keine Sportart, die für dieses Ziel nicht geeignet wäre.

Welche Voraussetzungen sollte man beachten?

Welche Ausdauer-Sportart man wählt, ist zunächst gleichgültig, sie muss nur Spaß machen. Der Aufbau der Trainings muss ohnehin strukturiert erfolgen. Durch gemeinsame sportliche Aktivität wird das Ziel oft leichter erreicht, weil man sich gegenseitig positiv unterstützen kann.Die sportliche Leistungsfähigkeit darf die körperlichen Möglichkeiten des Betroffenen natürlich nicht überfordern. Hierzu sollte man unbedingt die qualifizierte Beratung eines Pneumologen in Anspruch nehmen. Die aktuelle körperliche Leistungsfähigkeit, die Leistungsreserven und die Leistungsziele können heute sehr gut vorab durch eine Spiroergometrie ermittelt bzw. festgelegt werden. Diese Untersuchungstechnik ist heute in jedem Sportmedizinischen Institut Standard für die Leistungsbeurteilung von Athleten - warum eigentlich nicht grundsätzlich auch für chronisch kranke Personen?

Eine grundsätzliche Voraussetzung für Ausdauersport ist natürlich, dass die Grundsätze der medikamentösen Behandlung und die Asthmakontrolle (Peakflow-Meter) vom Patienten beherrscht werden und im Bedarfsfalle auch angewendet werden.

Ziel des körperlichen Trainings ist die Verbesserung der Ausdauer und damit verbunden die Fähigkeit, sich nach einer bestimmten Belastungsdauer schnell wieder erholen zu können.

Welche Trainingsmethoden finden Anwendung?

Die Dauermethode: Es wird über einen Zeitraum von wenigstens 30 Minuten eine konstante Belastung durchgeführt.

Die Wiederholungsmethode: Die wiederholte Bewältigung einer vorgegebenen Strecke und Erreichen einer jeweils maximal möglichen Geschwindigkeit. Dazwischen muss eine Pause liegen, die eine vollständige Erholung möglich macht.

Die Intervallmethode: Vorgegebener Wechsel zwischen Belastungsphase und Erholungsphase. Solche Programme sind heute einfachster elektronischer Standard im Laufband oder im Heimtrainer (Fahrradergometer).

Die Wettkampfmethode: Ziel sind Belastungen unter maximaler Anstrengung wie im Leistungssport.

Natürlich kann sich ein Erfolg nur einstellen, wenn das Training ausreichend oft wiederholt wird. Es bedarf also einer Regelmäßigkeit. Und hier liegt das individuelle Problem: Körperliches Training beim Asthma bronchiale (ebenso auch bei anderen Krankheiten) ist eine lebenslange Aufgabe. Man muss lernen, diesen Bestandteil der Behandlung als Selbstverständlichkeit in sein Leben einzubauen. Nur wer einmal einen Zustand erreicht hat, in dem die deutliche Verbesserung der Lebensqualität erfahrbar wurde, wird bereitwillig dieses Ziel weiter verfolgen.

Welche grundsätzlichen Fehler müssen vermieden werden?

  • Das Weglassen einer Aufwärmphase. Das Unterlassen fördert unnötige Verletzungen.
  • Hohe körperliche Aktivität bei Frost: Für Asthmatiker deshalb eine Gefahr, weil durch die schnelle Einatmung von Kaltluft Husten und Atemnot ausgelöst werden können. Hier empfiehlt sich zumindest für die Aufwärmphase einen Schal vor den Mund zu halten. Grundsätzlich sollten Asthmatiker bei Temperaturen ab ca. + 4°C nicht im Freien joggen oder Fußball spielen. Körperliche Aktivität im Freien bei starkem Pollenflug, sofern man Pollenallergiker ist, vermeiden.
  • Fehlende Flüssigkeitszufuhr oder Training in großer Hitze.

Man könnte diese Liste beliebig ergänzen. Sie folgt den Grundsätzen jeder sportlichen Aktivität.

Wie erwähnt, ist die körperliche Rehabilitation heute ein Grundpfeiler der Asthmatherapie und Asthma-Rehabilitation. Im stationären Bereich stehen heute hoch qualifizierte Kliniken zu Verfügung, wo unter ärztlich kontrollierten Bedingungen alle Schweregrade von Asthma bronchiale behandelt werden, mit dem Ziel, dass das Training zu Hause fortgeführt wird. Sonst hat es keinen Sinn. Im ambulanten Bereich sei nur auf die inzwischen gut etablierten Lungensport-Gruppen verwiesen, an denen jeder teilnehmen kann. Im Einzelfall und in Abhängigkeit vom Krankheitsgrad genügt auch die individuelle ärztliche Unterweisung.

Alle Ziele können erreicht werden, es gibt keine Grenzen. Hochleistungssportler mit Asthma bronchiale sind keine Seltenheit im Schwimmsport oder Radsport oder bei Sprintern. Wir alle kennen die großen Namen.

Haben Sie Mut! Packen Sie es an! Vielleicht ist ein(e) Iron (Wo-)Man unter Ihnen.

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