Gesundheit
Allergien bei Hunden

Allergien bei Hunden

Die atopische Dermatitis

Allergien stellen eine Überempfindlichkeit des Organismus gegenüber Substanzen aus unserer Umwelt dar. In den Industrieländern sind Allergien schon seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch. Man geht zurzeit in der Humanmedizin davon aus, dass alle 10 Jahre Allergien beim Menschen um 50 – 100 % zunehmen. Eine ähnliche Entwicklung ist leider auch in der Tiermedizin, speziell bei Hunden zu beobachten. Die Symptome der Allergien beim Hund sind vielgestaltig und reichen von Verdauungsstörungen, asthmatoiden Symptomen bis hin zu zum Teil erheblichen Hautproblemen mit massivem Juckreiz.

Auf Allergien mit Hautproblematik, im speziellen die atopische Dermatitis soll in dieser Ausgabe eingegangen werden.

Atopische Dermatitis bedeutet "eigentümliche, nicht fassbare Krankheit" und bezeichnet eine oft mit massivem Juckreiz einhergehende, allergische Erkrankung. Vom Körper werden hierbei bestimmte Antikörper (IgE) gegen verschiedenste Allergene, wie Pflanzenpollen, Futtermittel, Milben, Flohspeichel oder Schimmelpilze gebildet, die in der Haut eine ganze Reihe von Zellen des Immunsystems (Mastzellen, Langerhanszellen, dentritische Zellen, Granulozyten und Lymphozyten) stimulieren.

Nach neueren Studien geht man von einer gewissen genetischen Veranlagung aus, die vermehrt bei Boxern, Labrador-Retrievern und Deutschen Schäferhunden auftritt. Meist sind Hunde im Alter von 1 – 3 Jahren betroffen.

Als Symptome sind vor allem massiver Juckreiz, vor allem am Kopf, an den Pfoten und in den Achseln zu beobachten, in schwerwiegenden Fällen kann jedoch auch der gesamte Körper betroffen sein. Aufgrund des starken Juckreizes sind fast immer sekundäre Läsionen durch Kratzen, Beißen und Knabbern zu beobachten. Diese können sich in Form von mehr oder weniger tiefen Kratzern, offenen Stellen, Haarausfall, aber auch in Form von Fellverfärbungen durch intensives Belecken manifestieren.

Die Diagnose erfolgt zunächst über den Ausschluss anderer Hauterkrankungen, wie Milbenbefall, Hautpilzen oder bakteriellen Hautentzündungen, jedoch können all diese Erkrankungen auch parallel zur atopischen Dermatitis beobachtet werden. Des Weiteren wird eine reine Futtermittelallergie durch eine hypoallergene Spezialdiät ausgeschlossen.

Besteht nach diesen Untersuchungen nach wie vor der Verdacht auf eine atopische Dermatitis, erfolgt die Diagnosesicherung durch den Nachweis der auslösenden Antikörper (IgE) entweder durch einen so genannten Intrakutantest, bei dem kleine Mengen der möglichen auslösenden Allergene in die Haut gespritzt werden, oder aber über den Nachweis der Antikörper im Blut in einem Speziallabor.

Lassen sich schließlich ein oder mehrere Allergene als Auslöser der atopischen Dermatitis ermitteln, besteht die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung, bei der dem Hund wiederholt kleinste Mengen des auslösenden Allergens gespritzt werden um im Körper eine "Gewöhnung" zu erreichen. 75% der hyposensibilisierten Tiere zeigen nach etwa 6 Monaten eine Besserung des Krankheitsbildes.

Lässt sich das auslösende Allergen nicht ermitteln oder zeigt die Hyposensibilisierung nicht den gewünschten Erfolg, besteht die Möglichkeit der Behandlung mit Kortison, die zwar fast immer zu einem deutlichen Rückgang der Symptome führt, jedoch je nach eingesetzter Dosis, auch zu zum Teil erheblichen Nebenwirkungen führen kann.

Eine in Deutschland erst seit knapp einem Jahr verfügbare Behandlung besteht in der Gabe von Ciclosporin, die nach ersten Erfahrungen die Vorteile einer Kortison-Behandlung, nämlich eine sehr hohe Erfolgsquote bietet, jedoch deutlich selektiver wirkt, also mit weniger Nebenwirkungen verbunden ist.

 

© Christian Bank (Tierarzt) Kleintierpraxis Dr. Lewitschek


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