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Konventionelle Krebstherapie

Konventionelle Krebstherapie

Die Grundlage der Krebstherapie bilden schulmedizinischen Methoden: Operatives Entfernen der Geschwulst, Chemo- und Strahlentherapie. Viele bösartige Tumore können aber zusätzlich lokal behandelt werden. Konventionelle Lokaltherapie heißt das Stichwort, hinter dem sich eine Reihe von Verfahren verbergen.

Die Kryotherapie eignet sich gut für bestimmt Formen von Prostatakrebs. Hierbei wird der Tumor durch wiederholtes Einfrieren und Auftauen abgetötet. Beim Einfrieren entstehen Wasserkristalle, die mit ihren scharfen Rändern die Tumorzellen von innen zerstören. In den USA gehört dieses Vorgehen zu den am häufigsten angewandten Therapien bei Prostatakrebs. Es ist aber nur geeignet, wenn der Tumor gut erreichbar ist und nicht bis hinter den Beckenknochen reicht. Als häufigste Nebenwirkung ist eine mögliche Impotenz zu nennen.

Eine Möglichkeit um Knochenmetastasen zu bekämpfen, wie sie häufig bei Brust- und Prostatakrebs auftreten, ist eine Behandlung mit Samarium. Es ist ein chemisches Element, das in einer seiner radioaktiven Formen (als so genanntes Isotop) schon seit längerer Zeit gegen Knochenschmerzen bei Krebserkrankungen eingesetzt wird. Es verkleinert aber auch zugleich die Geschwulste. Die Behandlung mit Samarium dauert ein Jahr, wobei alle drei Monate eine Behandlungsrunde durchgeführt wird.

Lebertumore, vor allem Metastasen in der Leber, gelten als besonders schwer therapierbar. Eine Möglichkeit, gegen bösartige Geschwulste im Inneren der Leber vorzugehen, ist eine Behandlung mit SIR-Spheres. Die Methode heißt "Selektive Interne Radio-Therapie", kurz: SIRT. SIR-Spheres sind winzige Kügelchen, nur ein Drittel so dick wie ein menschliches Haar. Beladen mit einem radioaktiven Stoff (Yttrium 90) werden die Spheres über die Leberarterie Richtung Tumor geschickt. Dort angekommen bestrahlen sie auch sonst schwer zugängliche Geschwulste und können diese verkleinern oder sogar ganz zerstören. SIRT ist seit 2002 auch in Europa zugelassen und hat seither vielversprechende Ergebnisse geliefert.

Oberflächliche Tumore von Haut und Schleimhaut können angegriffen werden, indem sie mit aktivierbaren Farbstoffen angereichert werden. Diese Substanzen werden dem Patienten in die Blutbahn gespritzt. Anschließend werden die Tumore mit Laserlicht bestrahlt, das den Farbstoff anregt und ihn in einen Zellkiller verwandelt. Die farbstoffreichen Tumorzellen sterben ab. Diese Methode, die photodynamische Lasertherapie genannt wird, eignet sich für kleine, oberflächliche Tumore und wird zurzeit noch in Studie erprobt.

Ebenfalls in Erprobung befindet sich die Transpulmonale Chemoembolisation (TPCE) Sie richtet sich gegen Tochtergeschwulste im Lungengewebe, die operativ nicht behandelt werden können. Bei der TPCE wird ein Chemotherapeutikum direkt in die Blutgefäße gespritzt, die den Tumor versorgen. Um an diese Gefäße heranzukommen, wird ein Katheter durch die Lungengefäße geführt. Wie klinische Studien beweisen, konnten bei 60 Prozent der Patienten die Geschwulste am Weiterwachsen gehindert oder sogar verkleinert werden. Der große Vorteil bei der TPCE ist, dass der Patient nur sehr geringe Nebenwirkungen auszuhalten hat.

All diese Methoden können die grundlegenden Behaldungsmethoden gegen den Krebs natürlich nicht ersetzen aber sie eröffnen Patienten und Ärzten neue Perspektiven im Kampf gegen die Krankheit.

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