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Dialyse und Sport: Ein Winning Team

Dialyse und Sport: Ein Winning Team

Vernünftig Sport treiben

Der individuelle Fitnessplan sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgestimmt sein. Ins Programm gehören das Training von Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer. Diese Komponenten können je nach Gesundheitszustand des Patienten unterschiedlich stark gefördert werden. Aufwärm-, Dehn- und Lockerungsübungen sollten neben Muskel- und Herz-Kreislauf-Ausdauereinheiten nicht fehlen.

Sowohl PD- als auch HD-Patienten ist von Sportarten mit einem hohem Verletzungsrisiko abzuraten - ebenso davon, deutlich über ihre Belastungsgrenzen hinauszugehen. Ein paar Regeln sollten PD-Patienten beim Sport zusätzlich beachten: Mit Rücksicht auf Bauchfell und Katheter sind schweres Heben und Druck auf den Bauch zu vermeiden. Einige leichte, gezielt ausgewählte Bauch- und Rückenübungen sind allerdings mit Blick auf die bei der Dialyse beanspruchten Muskeln des Bauchraumes sehr empfehlenswert. Beim Schwimmen schützt ein wasserdichter Verband die Katheter-Austrittstelle bei PD-Patienten.

Auch für HD-Patienten gibt es einige Vorgaben: So sollten sie Sportarten vermeiden, die zu Verletzungen oder Blutungen im Bereich des Shunts führen können. Bei einem Shunt handelt es sich um einen für die Blutwäsche operativ geschaffenen Gefäßzugang, eine künstliche Verbindung zwischen Vene und Arterie. Auch sollte der Sport eher auf die dialysefreien Tage gelegt werden, da dann der Stoffwechsel ausgeglichener als unmittelbar vor oder nach der HD ist.

Regelmäßig Sport zu treiben und dabei etwas zu leisten, steigert nicht nur die körperliche Fitness, sondern schafft auch Selbstvertrauen und gute Laune, was gerade für einen chronisch kranken Menschen wichtig ist. Viele Dialyse-Patienten empfinden dies als eine deutliche Steigerung der Lebensqualität.

Auch Dialyse-Patienten können den Silvesterball genießen

Bei der Hämo-Dialyse (HD) wird der Patient in der Regel drei Mal pro Woche an eine Dialyse-Maschine angeschlossen. Über ein Schlauchsystem wird dem Körper Blut entzogen und ihm nach Reinigung in einem externen Filter - der "künstlichen Niere" - wieder zugeführt. Die vier - bis sechsstündige Behandlung findet meist in Dialyse-Zentren statt, in seltenen Fällen zu Hause.

Die Peritoneal-Dialyse (PD) bietet sich für eine Behandlung in den eigenen vier Wänden oder auch unterwegs an. Hierbei dient das Bauchfell (Peritoneum), eine rund 2 m2 große dünne Haut, die von einem dichten Geflecht von Blutkapillaren durchzogen ist, als Filter. Frische Dialyse-Lösung fließt hierzu über einen ständigen Katheter in die Bauchhöhle. Sie nimmt im Bauchfell Schadstoffe und überschüssige Flüssigkeit auf und transportiert sie nach einigen Stunden Verweilzeit über den Katheter aus dem Körper heraus in einen Auffangbeutel. Der Patient kann die PD selbst durchführen.

PD belastet den Kreislauf weniger

Ob Peritoneal-Dialyse (PD) oder Hämo-Dialyse (HD): Vor dem Start des Fitnessprogramms sollte in jedem Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden. Die PD belastet den Kreislauf eines Nierenkranken grundsätzlich weniger als die HD, da der Flüssigkeitsentzug kontinuierlicher erfolgt. Auch die Konzentration von Giftstoffen im Blut schwankt bei der PD nicht so stark wie bei der HD. Dies sind gute Voraussetzungen für PD-Patienten, sich körperlich zu betätigen und dabei auch mal ein bisschen ins Schwitzen zu kommen. Mit Blick auf die Muskulatur ist ihnen sogar Sport sehr anzuraten. Bei der Bauchfelldialyse werden nämlich nicht nur Schadstoffe ausgespült, sondern auch die für die Muskeln wertvollen kleinen Eiweiß-Bausteine, die Aminosäuren. Sie können durch eiweißreiche Nahrungsmittel gezielt wieder aufgenommen werden und stärken und bilden in einem regelmäßig trainierten Körper die Muskeln.

Peritoneal-Dialyse ist kein Hindernis für regelmäßiges Fitnesstraining

Ob Winterwanderung, Kegelabend oder Tanzveranstaltung: Bewegung macht Spaß, vor allem in Gemeinschaft. Sie steigert das Selbstvertrauen und das Wohlbefinden. Sport ist ein Stück Lebensqualität, auf das auch Dialyse-Patienten nicht verzichten müssen.

Sich regelmäßig zu bewegen ist für Dialyse-Patienten sogar aus vielen Gründen ratsam. Gezielt angewendete Übungen und individuell dosierte Trainings können Begleiterscheinungen der Nierenerkrankung vorbeugen. Sport wirkt dabei fast wie ein Wundermittel: Er senkt den Blutdruck, regt den Stoffwechsel in Muskeln, Zellen und Gewebe an, stärkt die Herzfunktion und beugt Arterienverschlüssen vor. Das wiederum kann Muskel- und Knochenbeschwerden mindern, Appetit- und Schlafstörungen sowie depressive Verstimmungen vertreiben. Manchmal kann dadurch sogar auf bestimmte Medikamente verzichtet werden. Darüber hinaus geben neueste Studien Hinweise darauf, dass ein ausreichendes Training auch die Wirkung der Dialyse steigert. Der Eintritt in einen Sportverein beschert neue Kontakte und das Erlebnis der Gemeinschaft. In Reha-Sportgruppen finden Dialyse-Patienten zusätzlich eine qualifizierte Anleitung und Betreuung.

Ein regelmäßiges Training hat noch weitere positive "Nebenwirkungen": Die körperlichen Belastungen des Alltags lassen sich besser meistern - im Beruf, bei der Haus- und Gartenarbeit, beim Treppensteigen oder Einkaufen. Sportarten wie Schwimmen, Spazierengehen, Walken, Langlauf, Wandern, Rad fahren, Gymnastik, Kegeln, Tanzen und Tennis sind für Dialyse-Patienten weitgehend geeignet.

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